Der Flughafen Girona wird meist als der zweite Flughafen von Barcelona und als Tor zu den Stränden der Costa Brava angesehen. Das stimmt zwar, aber wusstest du, dass Girona ein idealer Ausgangspunkt ist, um viele verschiedene Dinge zu sehen und zu unternehmen? Nicht nur das Mittelmeer, sondern auch die Pyrenäen, idyllische Strände und Skigebiete, nächtelanges Feiern und sportliche Aktivitäten, historisches Erbe und beeindruckende Vulkane, moderne Ferienresorts und mittelalterliche Dörfer, pulsierende Nachtclubs und ruhige Klöster. Und damit haben wir noch lange nicht alles aufgezählt, was Katalonien im Nordosten Spaniens zu bieten hat.
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In unserem Blog „15 Ausflüge mit dem Mietwagen rund um Barcelona“ haben wir bereits viele wunderschöne Naturlandschaften und interessante Sehenswürdigkeiten Kataloniens beschrieben. Wenn du nach Girona fliegst, sind die Tipps in diesem Artikel ebenfalls sehr hilfreich. Dort erfährst du unter anderem mehr über mittelalterliche Dörfer an der Costa Brava, kurvenreiche Straßen durch das Montserrat-Gebirge, das Salvador-Dalí-Dreieck und Naturschutzgebiete in der Nähe von Girona.
Deshalb konzentrieren wir uns hier auf eine andere Seite: die schönsten Sehenswürdigkeiten im Norden Kataloniens und in den Pyrenäen.
Zuerst Girona selbst, denn diese fantastisch schöne, alte Stadt darfst du auf keinen Fall auslassen. Die unterschiedlichen Schreibweisen sorgen manchmal für Verwirrung. Gerona ist die spanische Schreibweise, auf Katalanisch schreibt man Girona. Letztere Schreibweise wirst du dann auch auf den Wegweisern in Katalonien sehen.
In den engen Gassen der Altstadt von Girona ist es sehr schwierig, mit dem Auto zu fahren. Zum Glück gibt es rund um das historische Zentrum einige Parkmöglichkeiten für deinen Mietwagen. Zum Beispiel in der Tiefgarage Santa Caterina oder in der Garage am Bahnhof.
Girona wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. von den Römern auf einem strategisch günstigen Hügel am Fluss Onyar gegründet. Diese Lage führte oft zu Kämpfen um die Stadt, weshalb robuste Verteidigungsmauern errichtet wurden. Ein Teil davon wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, aber ein Jahrhundert später in voller Pracht wiederhergestellt.
Der Spaziergang entlang und über die Stadtmauern, der Passeig de la muralla, ist eine beliebte Touristenattraktion. Die Stadt erlebte im Mittelalter eine Blütezeit, und die jüdische Gemeinde spielte dabei eine nicht unerhebliche Rolle. 1492 wurden die Juden aus Girona (und ganz Spanien) vertrieben, doch das Viertel, in dem sie lebten – El Call – ist erhalten geblieben und besteht aus besonders engen Gassen, Gängchen und Treppen.
An der majestätischen Kathedrale wurde über Jahrhunderte hinweg gebaut, vom 11. bis zum 18. Jahrhundert, wodurch die Kirche eine Mischung verschiedener Stilrichtungen darstellt: Romanik, Gotik und Barock. Vielleicht erkennst du die Kathedrale aus „Game of Thrones“ wieder, und auch andere Orte in Girona dienten als Kulisse für diese Fernsehserie, wie zum Beispiel die arabischen Bäder aus dem 12. Jahrhundert.
Für einen Happen und ein Getränk kannst du rund um die Plaça de la Independència und die Plaça de Sant Feliu vorbeischauen oder in den moderneren Teil der Stadt auf der anderen Seite der Eisenbrücke über den Onyar, der Pont de les Peixateries Velles, die von keinem Geringeren als Gustave Eiffel entworfen wurde. Wusstest du, dass es in Girona eine ganze Reihe von Spitzenrestaurants gibt?
Östlich von Girona liegen dichte Wälder, und einer der (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhepunkte dort sind die Ruinen des Castell de Sant Miquel aus dem frühen 12. Jahrhundert. Nicht so sehr wegen der Überreste dieser Burg, sondern vielmehr wegen der fantastischen Aussicht vom Turm aus. Du kannst deinen Mietwagen auf einem kleinen Parkplatz beim Picknickplatz Font del Ferro abstellen, aber dort ist nur Platz für etwa zehn Autos. Achte darauf, dass du nicht außerhalb dieses Parkplatzes parkst, denn dann riskierst du ein Bußgeld. Ein weiterer Ort, an dem du parken kannst, ist im nördlichen Stadtteil Pont Major, aber dann musst du allerdings weiter laufen. Wenn du nach dem Aufstieg noch Energie hast, steigst du auch auf den Turm und genießt einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden grünen Wälder und Girona.
Von Girona aus kannst du mit einem Mietwagen über die GIV-6703 nach Monells fahren – eine wunderschöne Strecke durch die Berge von Les Gavarres. War die Anfahrt schon fotogen, wirst du in Monells fast ununterbrochen Fotos machen, so schön und mittelalterlich ist es dort. Eine Autostunde weiter liegt Peratallada. Wie in fast allen jahrhundertealten Dörfern wurden die Steine für die Häuser und die Stadtmauer aus den Felsen gehauen, und dieses Dorf wurde danach benannt. Der Name leitet sich von „pedra tallada“ (gehauener Stein) ab. An der Ostseite des Dorfes gibt es einen großen Parkplatz, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst.
Etwas weiter östlich liegt das größere Städtchen Pals, wo du mittelalterliches Flair mit einem Strandbesuch verbinden kannst. Obwohl es kein Badeort ist, liegt der nächste Strand nur drei Kilometer von Pals entfernt. Und es ist auch noch ein richtig schöner, langgestreckter Sandstrand! Gleich südlich davon liegt Begur, ein ganz besonderes Städtchen, das mit seinen bunten Herrenhäusern ein unverkennbares karibisches Flair versprüht. Viele Einwohner wanderten im 19. Jahrhundert nach Kuba aus, machten dort ein Vermögen, kehrten nach Begur zurück und bauten dort Häuser. Einige der schönsten kleinen Strände der Costa Brava findest du hier: Aiguafreda und Sa Tuna.
Klein, aber fein. Das trifft auf das historische Städtchen Hostalric zu, vierzig Kilometer südwestlich von Girona. Schon wenn du dich dem Ort näherst, siehst du den ersten von acht robusten Türmen, die Teil der mittelalterlichen Stadtmauer sind. Diese Mauer ist mittlerweile teilweise mit den Häusern dahinter verschmolzen.
Hoch über dem Städtchen thront die Burg, die jahrhundertelang als militärische Festung diente. Nach vielen Schlachten war von der alten Festung nicht mehr viel übrig, doch im 18. Jahrhundert wurde sie wieder aufgebaut und erweitert. Neben einem schönen historischen Bauwerk bietet sie viele Einblicke in die Geschichte mit 3D-Projektionen, Filmen, Fotos, Waffen, Haushaltsgegenständen und Kleidung. Von dort hast du einen schönen Blick auf das Naturschutzgebiet Montseny und den gleichnamigen Berg.
Die alte Stadt Banyoles mit ihrem gemütlichen Plaça Major ist schon für sich genommen einen Besuch wert, aber die größte Attraktion ist der natürliche See, an dem sie liegt. Dieser See wird von unterirdischen Quellen gespeist und du kannst dort herrlich schwimmen, auch wenn das nur an einer einzigen Stelle kostenlos ist, nämlich bei La Caseta de Fusta. Außerdem kannst du dort rudern und Kanu fahren. Rund um den See sind Wander- und Radwege angelegt, und an verschiedenen Stellen gibt es Hütten, von denen aus man Vögel beobachten kann. Etwas weiter entfernt kannst du den Puig Clarà oder den Puig de les Gitanes besteigen.
Es wurden Überreste von Menschen gefunden, die vor etwa siebentausend Jahren an den Ufern des Sees lebten. Im Parc Neolític de la Draga wurden verschiedene Hütten rekonstruiert, und du erfährst mehr über den Alltag der Menschen, die in der Siedlung lebten: welche Werkzeuge sie benutzten, was sie jagten, was sie anbauten und wie sie ihre Häuser schmückten. Da der Park von Freiwilligen betrieben wird, ist er nur sehr begrenzt geöffnet und ausschließlich nach vorheriger Reservierung zugänglich. Im Veranstaltungskalender der Museus de Banyoles kannst du nachsehen, an welchen Tagen eine Führung geplant ist.
Besalú liegt eine Viertelstunde Fahrt von Banyoles entfernt und ist ein schönes Beispiel für die Architektur des katalanischen Mittelalters. Wenn du mit deinem Mietwagen in Richtung des Städtchens fährst, solltest du kurz anhalten, bevor du den Fluss Fluvià überquerst, um die malerische alte romanische Brücke aus dem 12. Jahrhundert zu bewundern.
Das Städtchen selbst ist recht klein, aber mit seinen schmalen, gepflasterten Gassen, Treppen und historischen Gebäuden lädt es zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Das Gebäude der Cùria Real verfügt über eine große romanische Arkadengalerie. Früher wurde dort Recht gesprochen, heute ist es als Restaurant eingerichtet. Außerdem gibt es verschiedene, recht schlichte, aber dennoch charakteristische Kirchen und Kapellen. So hat die Kirche des Klosters Sant Pere de Besalú kahle Wände ohne Verzierungen und strenge Gewölbedecken, und doch ist der Anblick beeindruckend.
Besalú liegt am Rande des Naturschutzgebiets Alta Garrotxa , das aus mehr als vierzig erloschenen Vulkanen besteht. Der letzte Ausbruch liegt bereits elftausend Jahre zurück. Es ist die am besten erhaltene Vulkanregion der Iberischen Halbinsel, und es gibt verschiedene ausgeschilderte Wander- und Radwege zu den Kratern und Lavaströmen. Das feuchte Klima sorgt für eine große Vielfalt an Flora und Fauna: Die Vulkankegel in der Landschaft wechseln sich ab mit tiefen, bewaldeten Schluchten und nebligen Tälern.
Fahre mit deinem Mietwagen von Besalú über die N-260 in Richtung Olot und du kommst an Castellfollit de la Roca vorbei, das spektakulär auf einer hohen Klippe thront. Diese etwa fünfzig Meter hohe Basaltklippe entstand durch die Erstarrung von Lava und die anschließende Erosion durch Flüsse. Das mittelalterliche Städtchen ist bekannt für den Turm der kleinen Kirche, die an der äußersten Spitze der Klippe erbaut wurde. Vor der Kirche befindet sich eine Aussichtsplattform mit Steinbänken.
Von Olot aus führt die GI-524 in Richtung La Fageda d’en Jorda, einem Wald, der fast ausschließlich aus großen Buchen besteht. Du kannst deinen Mietwagen auf einem (kostenpflichtigen) Parkplatz am Eingang des weitläufigen Waldes abstellen. Im Besucherzentrum gibt’s Infos zu den verschiedenen Wanderwegen, die meist als Rundwege angelegt sind.
Im Vall d’en Bas, südwestlich von Olot, liegen mehrere malerische Dörfer, wie zum Beispiel Hostalets d’en Bas. Etwas südlich dieses Dorfes befindet sich ein altes Bergwerk, die „Mina dels Bandolers“, so genannt, weil sich dort „Banditen“ versteckt hielten. Und das kannst du dir sehr gut vorstellen, wenn du durch die fast schon mystischen, engen Gänge mit hohen Wänden läufst. Ganz in der Nähe findest du in der Gorga de l’Olla einen dreißig Meter hohen Wasserfall. Ein weiterer schöner Wasserfall ist der Salto del Molí dels Murris bei der Ortschaft Planes d’Hostoles.
Folge der N-260 weiter nach Westen und du gelangst in die Stadt Ripoll, am Zusammenfluss der beiden Flüsse Ter und Freser. Ripoll entstand im 9. Jahrhundert rund um das Benediktinerkloster Santa María. Es ist ein gutes Beispiel für romanische Architektur, obwohl es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert wurde. Der Portikus mit interessanten Reliefschnitzereien stammt aus dem 12. Jahrhundert, und auch der Kreuzgang ist etwas Besonderes, da er zwei Stockwerke hat.
Das Ethnografische Museum gehört zu den besten in ganz Spanien. Es zeigt, wie das Leben der Menschen in den Pyrenäen von der Vorgeschichte bis heute aussah. Dort siehst du Werkzeuge und Darstellungen des ländlichen Lebens sowie alter Handwerkskünste. Außerdem verfügt das Museum über eine beeindruckende Sammlung von Pistolen, Gewehren und anderen Waffen. Dort gibt es auch ein Modell des mittelalterlichen Ripoll. Über interaktive Displays erfährst du mehr über die Geschichte der Stadt und die Rolle des Klosters darin.
Von Ripoll aus sind es mit dem Mietwagen eine Viertelstunde Fahrt nach Ribes de Freser und dann noch zehn Kilometer weiter nach Queralbs, einem wunderschönen Bergdörfchen in den Pyrenäen. Die Schönheit des Dorfes wird durch die herrliche, waldreiche Umgebung noch unterstrichen. Von Queralbs aus gibt es viele Wanderrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wandere zum Beispiel zum Wasserfall Salt del Grill, eine recht einfache Wanderung von einem Parkplatz direkt vor dem Kraftwerk Daió aus. Parke nicht direkt am Kraftwerk, denn das ist verboten. Überquere die kleine Brücke über den Fluss Freser und biege rechts ab. Nach etwa dreißig Minuten Aufstieg bist du an der Stelle, an der das Wasser an einer steilen, glatten Wand hinabstürzt. Du kannst noch weiter auf einem Rundweg laufen.
Queralbs liegt am Eingang zum Vall de Núria, einem Tal, durch das keine Straßen führen, wohl aber eine Bahnlinie. Stell deinen Mietwagen kurz beiseite, denn diese Zugfahrt durch das malerische Tal des Flüsschens Núria wirst du nie wieder vergessen! Die Endstation ist der gleichnamige Ort, der im Winter ein bescheidenes Skigebiet ist. Du kannst diese Strecke auch zu Fuß zurücklegen, aber der „Camí de Queralbs a Núria“ ist ziemlich anstrengend. Trotzdem eine schöne Alternative, wenn du nicht zweimal mit dem Zug fahren möchtest.
An schönen Städtchen und Dörfern mangelt es in Katalonien nicht, und Castellar de n’Hug ist wieder so ein kleines Juwel, auch wenn es sehr klein ist (dort leben nur etwa 150 Menschen). Trotzdem gibt es verschiedene Geschäfte und Straßencafés, und auch eine kleine Kirche im Zentrum fehlt nicht. Es gibt mehrere Aussichtspunkte mit einem schönen Blick auf die Pyrenäen. Vom Parkplatz am Rande von Castellar führt eine Steintreppe hinunter zum Wasserfall Les Fonts del Llobregat. Dieser wird zwar als Quelle des Flusses Llobregat bezeichnet, was aber etwas seltsam ist, da das Wasser viel höher in den Pyrenäen entspringt.
Fahre mit deinem Mietwagen über die kurvenreiche BV-4031 in Richtung Südwesten und du gelangst zu einer der auffälligsten und einzigartigsten Sehenswürdigkeiten hier: einer ehemaligen Zementfabrik. Diese Fabrik wurde in ein faszinierendes Museum verwandelt, mit Informationstafeln im Inneren und einem Rundgang im Außenbereich entlang der Industrie-Ruinen.
Es ist vor allem die wunderschöne Umgebung, die den Reiz ausmacht, denn etwas westlich von Castellar liegt der beeindruckende Naturpark Cadí-Moixeró. Die Berge sind größtenteils von wunderschönen, dichten Wäldern bedeckt, in denen oft jahrhundertealte Kiefern, Fichten und Buchen stehen. Die zerklüfteten Gipfel der legendären Gebirgsketten Cadí und Moixeró ragen majestätisch über die grünen Bäume hinaus. Der Kontrast zwischen den schroffen Felsformationen und dem üppigen Grün macht diesen Ausblick unvergesslich. Die auffälligsten Gipfel sind die des gegabelten Pedraforca, eines der bekanntesten Berge Kataloniens. Die Besteigung dieser Gipfel ist eine beliebte Bergwanderung für Outdoor-Fans. Von Saldes aus kannst du in sieben Stunden zu den Gipfeln wandern, vorbei an tiefen Schluchten, Berghütten und Wasserfällen.
An einigen Wasserfällen, Schluchten und Flussschlitzen in diesem Park kannst du dich abseilen. Infos zu den Möglichkeiten bekommst du im Besucherzentrum im Dorf Bagà. Dort findest du auch ausführliche Informationen zu Aussichtspunkten, Erholungsgebieten, Parkplätzen, Picknickplätzen, Autorouten und ausgeschilderten Wanderwegen.
An der Westseite des Naturparks liegt das Städtchen La Seu d’Urgell. Die Stadt hat eine Kathedrale, die komplett im romanischen Stil erbaut ist und damit einzigartig ist, denn nirgendwo sonst in Spanien gibt es eine Kathedrale, die vollständig im romanischen Stil errichtet wurde. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert, und die Steine für den Bau wurden über den Fluss Segre aus den Pyrenäen herangeschafft. Auf der anderen Seite des Flusses Valira siehst du hoch auf einem Hügel die Überreste einer Burg, die als Verteidigung gegen ständige französische Überfälle erbaut wurde. Ein Teil des alten Burgkomplexes wird heute als Hotel genutzt.
Neben der Kathedrale gibt es noch einen weiteren Grund, La Seu d’Urgell zu besuchen: Es ist das Tor zu Andorra. Die Grenze zu dem winzigen Staat und Steuerparadies liegt nur zehn Kilometer nördlich, und von dort sind es noch einmal zehn Kilometer bis zur Hauptstadt. Willst du mit deinem Mietwagen nach Andorra fahren? Die meisten Autovermieter haben damit kein Problem, aber du musst bei der Buchung des Mietwagens kurz angeben, dass du die Grenze überqueren wirst.
Das ist zwar ein ganz schöner Zungenbrecher, aber dafür lohnt es sich auch. In diesem Nationalpark, den wir kurz „Aigüestortes“ nennen, dreht sich alles um das Schmelzwasser aus den Pyrenäen. Flüsse, Bäche und mehr als zweihundert kleine Seen, abwechselnd mit Tälern, Almwiesen und dichten Wäldern vor dem Hintergrund schroffer Berggipfel. Wusstest du, dass „aigüestortes“ das katalanische Wort für „gewundenes Wasser“ ist? Dieses Wasser sorgt für tiefe Schluchten, wie zum Beispiel das Valle del Río San Nicolás. Vom Nordufer des größten Sees, Sant Maurici, hast du einen spektakulären Panoramablick auf den Zwillingsgipfel Los Encantados auf der anderen Seite. Außerdem siehst du dort majestätische Vögel wie Steinadler und Bartgeier. An Land wirst du oft eine Gämse über die Felsen klettern sehen.
Im Nationalpark dürfen keine Autos fahren, außer Taxibusse. Es gibt zwei Zufahrtsstraßen zum Park. Auf der Ostseite ist das das Dorf Espot. Im Sommer kannst du bis zum Parkplatz am Parkeingang, dem „Aparcament de Prat Pierró“, fahren. Von hier aus sind es eine Stunde zu Fuß bis zum Sant-Maurici-See. Vom 1. Dezember bis Ostern ist es nicht möglich, bis zum Parkplatz zu fahren. Du musst deinen Mietwagen dann in Espot stehen lassen. Auf der Ostseite ist das Dorf Boí das Tor zum Park, genauer gesagt der Parkplatz Palanca de la Molina. Wenn dieser voll ist, musst du etwas weiter entfernt parken, entlang der L-500.
Als Alternative zum Park kannst du der wunderschönen, kurvenreichen L-500 weiter folgen und am Cavallers-Staudamm enden. Über die „Ruta de la Marmota“ (Murmeltierpfad) gelangst du auf den Damm und hast einen tollen Blick auf den Stausee auf der einen Seite und das Vall de Boí auf der anderen Seite.
Das Vall de Boí ist bekannt für seine vielen romanischen Kirchen, von denen einige jahrhundertealte Wandmalereien beherbergen. Diese neun Kirchen stehen auf der UNESCO-Welterbeliste und sind von einer spektakulären Landschaft umgeben. Wenn du die Kirchen auf eigene Faust besuchen möchtest, musst du im Voraus online Tickets kaufen, wobei du verschiedene Kirchen kombinieren kannst. Für ausführliche Erläuterungen zur Architektur und Geschichte solltest du besser eine Führung buchen, dafür musst du aber Spanisch (oder Katalanisch) beherrschen.
Wenn du von Boí aus über die C-13 nach Süden fährst, kommst du an verschiedenen Stauseen am Fluss Noguera Pallaresa vorbei. Dort, wo dieser Fluss mit dem Segre zusammenfließt, liegt ein Nationalpark mit wieder so einem langen Namen, den wir mal wieder einfach auf „Aiguabarreig“ abkürzen. Das bedeutet übrigens wörtlich „Wasser vermischen“, in diesem Fall aber „wo zwei Flüsse zusammenfließen“.
Kurz hinter dem Staudamm von Camarasa kannst du den Mietwagen am Pont del Pastor parken. Von hier aus beginnen verschiedene Wanderrouten, unter anderem über Metallstege, die an den Felswänden befestigt sind, und eine Hängebrücke über den Fluss Segre. Diese Stege haben offene Gitterroste, weshalb sie für Leute mit Höhenangst eher weniger geeignet sind. Vom Mirador de la Penalta aus hast du einen fantastischen Blick über zwei tiefe Schluchten. Wenn du ein bisschen Klettern und Kraxeln magst, ist die Tour zur Cova del Tabac ein echter Geheimtipp. Den letzten Abschnitt zu dieser riesigen Höhle musst du nämlich klettern, wobei du dich an Ketten festhältst. Nimm eine Taschenlampe mit, um die Höhlenmalereien sehen zu können.
Wenn du Straßenkunst magst, solltest du unbedingt einen Zwischenstopp im Städtchen Penelles einlegen. Dort gibt es nämlich jede Menge Wandmalereien, von denen eine noch toller ist als die andere. Sogar das Innere der Kirche ist in bunten Farben bemalt. Die bemalten Wände in Penelles verdanken wir dem jährlichen Gargar-Festival, das am ersten Maiwochenende stattfindet.
Wenn du nach Cardona fährst, siehst du schon von weitem die Burg dieses Städtchens hoch oben auf einem Hügel liegen. Es ist eine perfekt erhaltene Burg, und so ist es auch kein Wunder, dass ein Teil davon als Parador (Luxushotel) genutzt wird. Abgesehen von diesem Hotel gibt es noch genug zu besichtigen. Einige Teile dieser imposanten Burg sind über tausend Jahre alt.
Ganz in der Nähe der Stadt liegt ein großer Steinsalzberg, die Muntanya de Sal. Schon in der Römerzeit wurde Salz aus diesem 120 Meter hohen Berg abgebaut. Heutzutage kannst du diese Mine besichtigen und dabei über achtzig Meter unter die Erde hinabsteigen. Du wirst von den atemberaubenden Formationen aus Salzkristallen begeistert sein. Die Wände schimmern in Weiß-, Rosa- und Rottönen, und überall gibt es Stalaktiten und Stalagmiten aus Salz. Buch deine Führung am besten im Voraus online, denn es wird nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern zugelassen.
Haben wir uns die allerschönste Route für den Schluss aufgehoben? Das Urteil überlassen wir dir. Auf jeden Fall ist dies ein Ausflugsziel, das du auch als Tagesausflug von Girona aus unternehmen kannst. Wenn du aus Cardona kommst, fährst du über das wunderschöne Vic (mehr dazu in diesem Blog ) und die C-25 bis zur Abzweigung Richtung Sant Hilari Sacalm. Schon der erste Abschnitt bis zu diesem Ort ist wunderschön, aber danach wird es noch schöner, wenn du auf der GI-542 in Richtung Osor fährst. Die Straße schlängelt sich durch die Berge von Les Guilleries, die früher wegen Banditen und Wegelagerern berüchtigt waren. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heutzutage genießt du einfach die Fahrt durch diese wunderschöne Berglandschaft.
Etwa vier Kilometer nördlich von Sant Hilari Sacalm führt die Straße direkt am ehemaligen Kurort Font Picant vorbei. Im letzten Jahrhundert war er wegen der heilenden Wirkung des Mineralwassers aus den Quellen einer der berühmtesten Kurorte Spaniens. Dieses Wasser kannst du bei einem Besuch immer noch zapfen.
Kurz vor Osor fährst du an den „Els Ninxols“ (den Nischen) vorbei, die gebaut wurden, um Steinschlag und Erdrutsche zu verhindern. Unbeabsichtigt sind sie heute eine malerische Sehenswürdigkeit. Osor selbst ist ein hübsches, historisches Städtchen. Es gibt einen Rundgang entlang der sechzehn schönsten Orte mit Erklärtafeln. Diese sind allerdings auf Katalanisch, da ist Google Lens eine große Hilfe.
Der Flughafen von Girona ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für die Skigebiete in den Pyrenäen. Die Skigebiete La Molina und Masella sind nur für Anfänger geeignet. Erfahrenere Skifahrer haben das gesamte Gebiet in einem halben Tag durch. Außerdem können die Schneeverhältnisse sehr wechselhaft sein. Das gilt auch für Vallter 2000 und Port del Compte. Andorra hat mehr als 150 Kilometer Skipisten und die Schneeverhältnisse sind dort im Allgemeinen besser. Wenn du am Flughafen Girona ein Auto mietest, bist du in etwa drei Stunden dort. Etwas weiter entfernt liegt Baquèira, das die besten Schneeverhältnisse bietet und ein tolles Skigebiet für erfahrene Skifahrer ist. Allerdings ist es dort relativ teuer. Schließlich gibt es noch die Skigebiete direkt hinter der Grenze in Frankreich: Font Romeu und Les Angles. Etwa drei Stunden Fahrt und viel günstiger als die Skigebiete in Spanien oder Andorra! Wenn du von Spanien nach Frankreich oder Andorra fährst, musst du bei der Buchung deines Mietwagens angeben, dass du in ein anderes Land reist.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.