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3. August 2026

Tolle Ausflüge mit dem Mietwagen rund um Orlando

15 Tipps für Sehenswürdigkeiten in Florida

Mit seinen vielen legendären Themenparks ist Orlando ein Ort voller Spannung und Nervenkitzel. Man kann die Stadt eigentlich nicht besuchen, ohne den „Happiest Place on Earth“ zu sehen: Walt Disney World. Es sind keineswegs nur Kinder, die die Magie von Disney im Magic Kingdom und den anderen drei Themenparks – Animal Kingdom, Epcot und Hollywood Studios – erleben. Neben Disney sind die Universal Studios, Legoland Florida und die Freizeitparks SeaWorld und Fun Spot echte Publikumsmagneten in und um Orlando.

Walt Disney World ist der Themenpark schlechthin in Orlando
Walt Disney World ist der Themenpark schlechthin in Orlando. (Foto: https://unsplash.com/@sushioutlaw)

Abgesehen von den Freizeitparks gibt es in Florida noch viel zu entdecken, nicht zuletzt, weil Orlando ganz zentral in diesem Bundesstaat liegt und auf halbem Weg zwischen zwei sehr unterschiedlichen Küsten. Mit einem Mietwagen fährst du von Orlando aus in etwa einer Stunde sowohl zum Atlantik als auch zum Golf von Mexiko. Die Stadt ist also ein fantastischer Ausgangspunkt für Tagesausflüge oder der perfekte Startpunkt für einen mehrtägigen Roadtrip durch den Sunshine State. Wähle aus unseren Tipps unten aus und miete dir ein Auto in Orlando für einen tollen Urlaub!

Ocala National Forest

Nördlich von Orlando liegt ein waldreiches Gebiet mit Hunderten (ja, wirklich!) von Seen, kleinen Seen, Flüssen, Bächen und natürlichen Quellen. Mit einer Fläche von 1.600 Quadratkilometern ist der Ocala National Forest ziemlich weitläufig. Dort kannst du sowohl Ruhe finden als auch aktiv Sport treiben. So gibt es Orte, an denen du Kanus oder Kajaks mieten kannst, vor allem an den verschiedenen natürlichen Quellen (Springs) im Naturschutzgebiet.

Juniper Springs besteht aus natürlichen Schwimmbecken und Quellen aller Größen, von klein und sprudelnd bis groß und rauschend. Du kannst dich wunderbar im warmen Wasser unter einem dichten Blätterdach aus Palmen und Eichen entspannen. Dieses Erholungsgebiet ist mit deinem Mietwagen leicht zu erreichen, da es direkt an der FL-40 liegt. Ein weiteres Erholungsgebiet ist Silver Glen Springs, das jedoch sehr voll und laut sein kann, da dort unter anderem Jetskis und Motorboote unterwegs sind. Verwechsle das übrigens nicht mit dem Silver Springs State Park, wo du wunderschöne Touren auf dem Silver River mit einem Kanu, Kajak oder einem Boot mit transparentem Boden unternehmen kannst. Ebenfalls sehr schön ist eine Kanufahrt auf dem Spring Creek bei Alexander Springs, entlang der County Road 445. Je weiter du fährst, desto größer ist die Chance, Tiere wie Manatis, Alligatoren, Fischadler, Eidechsen, Geier, Habichte und Schildkröten zu sehen. In den Wäldern am Ufer leben auch Affen. An all diesen Quellen kannst du beim Schnorcheln eine wunderschöne Unterwasserwelt mit Fischen und sanft wogender Unterwasservegetation genießen. Der Blue Spring State Park ist ebenfalls sehr schön, aber dort darfst du nicht ins Wasser, da es sich um ein Schutzgebiet für Seekühe handelt. Wie der Name schon sagt, ist das kristallklare Wasser von Salt Springs leicht salzig, genau wie der flache Lake George, der größte See des Ocala National Forest. Taucher zieht es nach Paradise Springs, wo man prähistorische Fossilien an den Kalksteinwänden unter Wasser sehen kann.

Eine kleine Holzbrücke über die blauen und smaragdgrünen Teiche inmitten üppiger tropischer Vegetation in Juniper Springs
Eine kleine Holzbrücke über die blauen und smaragdgrünen Teiche inmitten üppiger tropischer Vegetation in Juniper Springs

Im gesamten Naturschutzgebiet des Ocala National Forest sind Wander- und Radwege angelegt. Du wanderst an Flüssen und kleinen Seen entlang, durch dichte Wälder und über Holzstege durch Sümpfe. Der Timucuan Trail ist zwar nur anderthalb Kilometer lang, bietet aber einen hervorragenden Überblick über die Flora des Waldes: hoch aufragende Palmen, Sandkiefernsträucher, süß duftende südliche Magnolien und diverse farbenfrohe Wildblumen. Einige Waldwege sind ausschließlich für Reiter bestimmt, insgesamt fast 200 Kilometer. Pferdeliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn rund um die Stadt Ocala, westlich des Parks, spielen Pferde eine wichtige Rolle. Es gibt Hunderte von Farmen, auf denen Vollblutpferde gezüchtet werden, und einige davon kannst du besuchen.

Etwas nördlich von Ocala bieten die Seilrutschen des Canyons Zip Line & Adventure Park eine ganz andere Perspektive. Es stehen gleich vier verschiedene Seilrutschen zur Auswahl, mit denen du hoch über tiefe Schluchten und glitzernde Seen schwebst. Eine der Seilrutschen ist die höchste und längste Seilrutsche über Wasser in den Vereinigten Staaten.

St. Petersburg / Tampa Bay

Fahre mit deinem Mietwagen von Orlando aus anderthalb Stunden in Richtung Südwesten und du gelangst nach Tampa Bay, benannt nach der großen Stadt, die an ihren Ufern liegt. Drei Straßen führen über Deiche und Brücken quer durch Old Tampa Bay von Tampa nach St. Petersburg. Diese Brücken sind nicht besonders interessant, aber die Sunshine Skyway Bridge von St. Petersburg nach Terra Ceia schon. Der mittlere Teil ist eine hohe, spektakuläre Schrägseilbrücke über die Lower Tampa Bay. Eine frühere Brücke an dieser Stelle wurde 1980 von einem Schiff gerammt und stürzte ein. Teile dieser alten Brücke sind heute zwei lange Pfeiler, von denen aus Angler gerne ihre Angel auswerfen. Mit etwas Glück fängst du hier Wolfsbarsch, Makrele, Tarpon, Seebrassen und Red Snapper.

Vom Pier aus kannst du den Sonnenuntergang hinter St. Petersburg genießen
Vom Pier aus kannst du den Sonnenuntergang hinter St. Petersburg genießen. (Foto: https://unsplash.com/@beingmeak05)

Die Gegend rund um die Bucht ist stark urbanisiert. Lohnt es sich da überhaupt, mit einem Mietwagen dorthin zu fahren? Auf jeden Fall, und wir erklären dir, warum. Die Strände bei St. Petersburg (von den Amerikanern oft zu „Saint Pete“ abgekürzt) sind berühmt, aber schau dir zuerst die Stadt selbst an. Dort findest du die größte Kunstsammlung des spanischen Surrealisten Salvador Dalí außerhalb Europas. Im „The Dalí“ kannst du Werke wie die ikonischen schmelzenden Uhren und visuelle Illusionen bewundern, darunter „Gala Contemplating the Mediterranean Sea“. Aus der Ferne verwandelt sich dieses Gemälde in die Silhouette von Abraham Lincoln. Die Stadt ist auch für ihre vielen farbenfrohen Wandmalereien bekannt, die du kostenlos besichtigen kannst. Im Herzen von St. Pete liegen die „Sunken Gardens“, ein über hundert Jahre alter botanischer Garten mit nicht nur Tausenden tropischen Pflanzen, sondern auch Wasserfällen und Flamingos.

Die kilometerlangen weißen Sandstrände von St. Pete Beach am Golf von Mexiko liegen auf sogenannten Barriereinseln, schmalen Landzungen vor der Küste des Festlandes. Am Strand von Pass-a-Grille steht das rosafarbene Don CeSar, einst ein Lieblingshotel von Marilyn Monroe und Al Capone. An verschiedenen Orten kannst du Touren buchen, um Delfine zu beobachten. Ruhiger sind die Strände ganz im Süden, im idyllischen und unberührten Fort De Soto County Park. Von April bis September sind einige Strände geschlossen, da dort dann Meeresschildkröten nisten.

Fahre mit deinem Mietwagen zu den besten Stränden

Wir haben oben bereits einige Strände in der Nähe von St. Petersburg erwähnt, aber die besten Strände findest du etwas weiter südlich, auf Anna Maria Island. Einer der beliebtesten ist der Manatee Public Beach, da er direkt neben einem riesigen Parkplatz liegt, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst. Viel ruhiger ist der Bean Point Beach im äußersten Norden der Insel. Es gibt dort keine Einrichtungen, da die Strömung oft zu stark zum Schwimmen ist. Aber es ist ein schöner Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen! An der Südseite der Insel sieht die Lage ganz anders aus: Der Coquina Beach zieht so viele Badegäste an, dass dort sogar jeden Tag ein Markt stattfindet, auf dem du Souvenirs kaufen kannst. Besonders reizvoll an diesem Strand ist das Naturschutzgebiet Leffis Key, das sich dahinter erstreckt. Ein Pfad aus Muscheln und Holzplanken führt entlang der Lagune und durch Mangroventunnel. Das Meer am Cortez Beach ist relativ ruhig, und dieser Strand hat gleich drei Piers, von denen aus man ins Wasser springen oder eine Angel auswerfen kann. Das geht auch auf der Lagunenseite der Insel am historischen Bridge Street Pier.

Wenn du ein bisschen durch das Gebüsch streifst, kannst du in Florida ganz ruhige Strände entdecken
Wenn du ein bisschen durch das Gebüsch streifst, kannst du in Florida ganz ruhige Strände entdecken. (Foto: https://unsplash.com/@adamgilley)

Ein ganz besonderer kleiner Strand ist der Beer Can Island Beach, direkt südlich von Anna Maria Island, direkt neben der Longboat Key Bridge. Viele Leute fahren mit einem Boot dorthin, weil man auf der anderen Seite so gut wie nie einen Parkplatz findet. Den fast menschenleeren Teil des Strandes erreichst du, indem du deinen Mietwagen so nah wie möglich an der Brücke parkst, die Brücke zu Fuß überquerst und über die North Shore Road zum Strand läufst. Weiter südlich liegen Venice Beach und Caspersen Beach, wo du neben wunderschönen Muscheln vielleicht sogar einen Haifischzahn findest!

Alafia River State Park

Etwa vierzig Kilometer südöstlich von Tampa liegt eine alte Phosphatmine, die in ein Eldorado für Mountainbiker verwandelt wurde: der Alafia River State Park. Es gibt Strecken für alle Schwierigkeitsgrade, von fließenden, breiten Routen bis hin zu rauen und schmalen Pfaden, die eine gute Technik erfordern. Vor allem die doppelten schwarzen Strecken sind eine Herausforderung. Im Fahrradladen im Park kannst du Mountainbikes mieten. Du musst aber nicht unbedingt aufs Rad steigen; es gibt auch Routen für Wanderer und Reiter. Außerdem kannst du auf dem Alafia River und in den über den Park verteilten Seen Kanu fahren und angeln. Entlang des Flusses gibt es verschiedene Plätze für ein herrlich entspanntes Picknick. Am Eingang des Parks gibt es reichlich Parkplätze für deinen Mietwagen.

Tarpon Springs

Tarpon Springs ist ein charmantes Städtchen, das als „Schwammhauptstadt der Welt“ bekannt ist. Das Schwammtauchen wurde im 19. Jahrhundert vor allem von griechischen Einwanderern betrieben, und ihre Nachkommen prägen die Stadt noch immer. Es gibt unzählige griechische Restaurants und Geschäfte, in denen du Produkte aus Griechenland kaufen kannst, von Kalamata-Oliven und dem daraus hergestellten Olivenöl bis hin zu Oregano und aromatischem Balsamico. Das historische Zentrum besteht aus Häusern, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden, darunter das Safford House, das heute ein Museum mit der damaligen Einrichtung ist. Im Heritage Museum erfährst du mehr über die Geschichte der Stadt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Schwammindustrie, der Tauchausrüstung von früher und der Verarbeitung der Schwämme für den Verkauf liegt. Vom Hafen aus kannst du an einer Bootsfahrt teilnehmen, um auf altmodische Weise nach Schwämmen zu tauchen oder Delfine zu beobachten.

Crystal River

Crystal River ist der einzige Ort in Florida, an dem du mit Seekühen schwimmen kannst
Crystal River ist der einzige Ort in Florida, an dem du mit Seekühen schwimmen kannst

Crystal River liegt an der sogenannten Big Bend Coast im Nordwesten von Florida. Obwohl es am Golf von Mexiko liegt, ist es einer der ruhigsten Teile des Bundesstaates mit wenig Tourismus, da dieser Küstenstreifen aus Sumpfgebiet besteht. Mit einem Mietwagen sind es von Orlando aus etwa anderthalb Stunden Fahrt bis nach Crystal River. Hier bist du wirklich weit weg von den Vergnügungsparks und findest auch keine großen Hotels. Die Küste hier wird „Nature Coast“ genannt, und du wirst verstehen, warum, denn die weitläufigen Feuchtgebiete sind atemberaubend schön. Miete dir ein Kajak oder Kanu, und unterwegs kannst du Schildkröten, Krabben und Rochen beobachten. Zwischen November und März wählen Hunderte von Seekühen Crystal River als Überwinterungsort. Es ist der einzige Ort in Florida, an dem du mit diesen etwas plumpen, aber lustigen und neugierigen Wasserwesen schwimmen kannst. Auch von deinem Mietwagen aus kannst du die Wasserwelt in vollen Zügen genießen, zum Beispiel entlang des Ozello Trail oder des Fort Island Trail. Am Ende dieser Wege liegt ein kleiner Strand mit ein paar Pavillons und einigen Picknicktischen. Pass aber auf die Vögel auf, denn die sind ganz schön schlau darin, dir dein Essen wegzuschnappen!

Homosassa Springs

Fahre mit deinem Mietwagen von Crystal River aus zwanzig Minuten Richtung Süden und du gelangst nach Homosassa Springs, das vor allem für den gleichnamigen Wildpark bekannt ist. Dieser Park ist sozusagen ein Schaufenster für die einheimische Flora und Fauna Floridas. Hier leben Tiere wie Schwarzbären, Alligatoren, Krokodile, Weißwedelhirsche, Flussotter und Rotluchse. Auch hier kannst du Manatis vom Unterwasserobservatorium des Parks aus beobachten. Verletzte oder kranke Manatis werden hier aufgenommen und gepflegt, um später wieder in die Wildnis entlassen zu werden.

Kennedy Space Center

Raketen, die bei Mondmissionen zum Einsatz kamen, kannst du dir im Kennedy Space Center aus nächster Nähe ansehen.
Raketen, die bei Mondmissionen zum Einsatz kamen, kannst du dir im Kennedy Space Center aus nächster Nähe ansehen. (Foto: https://unsplash.com/@sushioutlaw)

Alle Küstenregionen Floridas haben Namen, die genau beschreiben, was dich dort erwartet. Fünfzig Autominuten östlich von Orlando liegt die Space Coast mit dem Kennedy Space Center und Cape Canaveral, wo 1957 die erste Weltraumrakete gestartet wurde und viele weitere folgten. Die Eintrittskarten sind nicht gerade billig, aber es gibt viel zu sehen und zu erleben. Man kann dort locker einen ganzen Tag verbringen. Während der Bustour fährst du an den Startrampen vorbei und mit etwas Glück siehst du eine Rakete im Bau. Im Apollo/Saturn-V-Center steht eine 110 Meter hohe Rakete, die bei den Mondflügen in den 1960er Jahren zum Einsatz kam. Außerdem gibt es Video- und Audioaufnahmen aus dieser Zeit zu sehen und zu hören. Beim Space Shuttle Atlantis erfährst du mehr über die Arbeit an der internationalen Raumstation ISS und welche Techniken, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, heute im Alltag zum Einsatz kommen. Du kannst auch selbst erleben, wie es sich anfühlt, ins All geschossen zu werden. Die Filmvorführungen im IMAX-Kino runden das Weltraumerlebnis perfekt ab.

Canaveral National Seashore

Die Barriereinseln und Strände nördlich von Cape Canaveral wurden nie für den Tourismus erschlossen, und die Natur dort ist wunderschön. Das Merritt Island National Wildlife Refuge ist der Lebensraum von Seekühen, Alligatoren und verschiedenen Arten von Meeresschildkröten. Außerdem gibt es Brutpaare von Weißkopfseeadlern, Pelikanen, Löfflern und Silberreihern. Im Frühjahr und Herbst wird das Gebiet von großen Schwärmen von Zugvögeln bevölkert. Mit deinem Mietwagen kannst du den Black Point Wildlife Drive befahren, eine 12 Kilometer lange Strecke entlang der Sümpfe in diesem Naturschutzgebiet. Der Startpunkt liegt an der County Road 406 und ist deutlich ausgeschildert. Unterwegs kannst du anhalten, um zu einer Aussichtsplattform zu laufen oder eine Wanderung zu machen, zum Beispiel auf dem Cruickshank Trail oder dem kurzen Wild Birds Unlimited Trail.

Eine fast vierzig Kilometer lange, schmale Insel bildet die Barriere zwischen dem Atlantik und der Mosquito Lagoon. Über einen Teil dieser Insel führt eine Straße, über die du zu den Stränden gelangst. Diese Strände sind nicht besonders stark frequentiert, da man einen recht hohen Eintrittspreis zahlen muss. Das Ticket ist zwar eine Woche lang gültig, aber während deiner Reise mit dem Mietwagen wirst du sicher nicht jeden Tag am Strand verbringen wollen. Apollo Beach ist ein Familienstrand, während Playalinda das Revier der Windsurfer ist. Der Abschnitt zwischen diesen beiden Stränden ist nur zu Fuß oder mit dem Mountainbike erreichbar und daher so unberührt wie nur möglich. Von Apollo Beach führt ein hochgelegener Pfad entlang der Baumkronen zum Turtle Mound, von wo aus du einen schönen Blick auf die Lagune und den Ozean hast. Im Juni und Juli führen Parkranger Gruppen auf nächtliche Touren, um Schildkröten beim Nisten zu beobachten. Der Name der Lagune verrät schon genau, was dich dort erwartet – also creme dich gründlich mit einem guten Mückenschutz ein, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung.

Leuchtendes Wasser im Indian River

Zwischen dem Naturschutzgebiet Merritt Island und dem Festland liegt die Indian-River-Lagune. Hier kannst du in den warmen Sommermonaten ein ganz besonderes Naturphänomen beobachten: das Leuchten des Wassers durch Biolumineszenz. In diesen Monaten gibt es in der Lagune viel Plankton, das leuchtet, wenn es gestört wird. Wenn du im Dunkeln mit dem Kajak über die Lagune fährst, erzeugt jeder Schlag mit dem Paddel kleine Flecken und Streifen aus blaugrünem Licht im Wasser. Auch das Kajak selbst verursacht ein Leuchten, weshalb die meisten Boote einen durchsichtigen Boden haben. Zu sehen, wie das Wasser bei jedem Platschen und jeder Bewegung leuchtet, ist ein unvergessliches Erlebnis. Je dunkler es ist, desto magischer ist der Effekt – wähle also eine Nacht bei Neumond aus.

Daytona Beach

Ganz anders als die beschauliche Ruhe in der Natur der Space Coast ist Daytona Beach, das nur vierzig Kilometer weiter nördlich liegt. Dies ist ein Reiseziel für Menschen, die Action und Geschwindigkeit lieben, denn im „World Center of Racing“ dreht sich fast alles um den Motorsport. Auf dem International Speedway finden das ganze Jahr über Auto- und Motorradrennen statt, darunter das wichtigste NASCAR-Rennen des Jahres, das Daytona 500, im Februar und die Daytona Bike Week im März. Wenn keine Rennen stattfinden, kannst du an Führungen über die Rennstrecke teilnehmen. Echte Fans werden das Geld dafür aufbringen, als Beifahrer mitzufahren oder sogar einen ganzen Tag Unterricht zu nehmen und eine Runde als Rennfahrer über die Rennstrecke zu rasen. Die Geschichte des Motorsports in Daytona wird in der Motorsports Hall of Fame lebendig. Vor dem Bau der Rennstrecke fanden die Rennen am Strand statt. Du darfst immer noch mit dem Auto auf den Strand fahren, aber Rennen sind dort nicht mehr erlaubt: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 10 Meilen pro Stunde. Am Strand kannst du auch Kart fahren oder Parasailing betreiben.

Trotzdem gibt es in Daytona Beach genug zu tun, was nichts mit Rennen zu tun hat. So verfügt das Museum of Arts and Sciences über ein Planetarium und eine große Sammlung kubanischer und afrikanischer Kunst. Eisenbahnfans kommen bei der Ausstellung restaurierter alter Eisenbahnwaggons voll auf ihre Kosten. Der Daytona Beach Boardwalk bietet Dutzende von kleinen Läden, Restaurants, Bars, Jahrmarktsattraktionen und einen historischen Pier. Die Einwohner von Daytona Beach meiden oft den Strand ihrer eigenen Stadt und fahren lieber nach New Smyrna Beach. Mach es wie die Einheimischen und fahr mit deinem Mietwagen zu diesem ruhigeren Strand, der zwanzig Minuten von Daytona entfernt liegt.

St. Augustine

In St. Augustine gibt es historische Architektur zu entdecken, wie zum Beispiel die Gebäude des Flagler College.
In St. Augustine gibt es historische Architektur zu entdecken, wie zum Beispiel die Gebäude des Flagler College. (Foto: https://unsplash.com/@michaeljvega)

Noch ein Stück weiter nach Norden und 170 Autokilometer von Orlando entfernt liegt St. Augustine, die älteste Stadt der Vereinigten Staaten. Sie wurde 1565 gegründet, als Florida noch unter spanischer Herrschaft stand. Die ältesten Holzgebäude wurden bei einem Brand im Jahr 1599 zerstört, und auch bei der Belagerung durch die Engländer im Jahr 1702 ging viel verloren. Dennoch sind spanische Einflüsse im historischen Zentrum noch immer zu erkennen, vor allem entlang der St. George Street. Dort steht unter anderem das Oldest Wooden Schoolhouse. Etwas außerhalb der Altstadt erinnert das Castillo de San Marcos an den spanischen Widerstand gegen den Vormarsch der Engländer. Dass St. Augustine heute amerikanisch ist, merkst du an den unvermeidlichen Themenparks wie dem „Fountain of Youth“, wo sich angeblich die Quelle der ewigen Jugend befindet, und dem „Colonial Experience“, wo Menschen in historischen Kostümen alte Handwerkskünste ausüben. Die große Sammlung von Folterinstrumenten und -methoden im Medieval Torture Museum ist ein bisschen gruselig. Um es noch unheimlicher zu machen, kannst du an der „Ghost-Hunting Experience“ teilnehmen, bei der du überall im Museum Geister entdeckst und die schaurigen Geschichten hörst, wie sie starben. Du kannst wieder ruhig durchatmen, wenn du dir anschließend die Ausstellung mit Miniaturkunst ansiehst, die Teil des Museums ist.

Die Umgebung von St. Augustine ist ein wunderschönes, aber empfindliches Naturgebiet: Salzwiesen, Mangroven, Austernbänke und Lagunen, umgeben von dichten Wäldern, wie zum Beispiel im Moses Creek Conservation Area. Das Schutzgebiet ist die Heimat vieler Vögel, darunter Graureiher und Silberreiher, aber auch Fischadler und Habichte. Außerdem leben dort Gopher-Schildkröten, Rehe, Otter und Füchse.

Tauchen im Devil’s Den

In Florida gibt es viele Tauchplätze – warum solltest du also von Orlando aus fast zwei Stunden fahren, um im Devil’s Den zu tauchen? Nun, weil diese Süßwasserquelle ein ganz besonderer Tauchplatz ist, vergleichbar mit den Unterwasserhöhlen (Cenoten) in Mexiko. Dort kannst du im bezaubernden Licht dieser prähistorischen Wasserhöhle tauchen oder schnorcheln. Übrigens dringt nur wenig Sonnenlicht hinein, wodurch das Wasser deutlich kälter ist als in anderen Höhlen in Florida. Wärmer ist zum Beispiel die Blue Grotto, drei Kilometer weiter südlich.

In vielen Süßwasserquellen in Florida kannst du tauchen, wie zum Beispiel hier in Ginnie Springs.
In vielen Süßwasserquellen in Florida kannst du tauchen, wie zum Beispiel hier in Ginnie Springs. (Foto: https://unsplash.com/@alanyoungblood)

Tauchen und Surfen: Treasure Coast

Die Treasure Coast (Schatzküste) verdankt ihren Namen einem gewaltigen Schiffsunglück während eines Hurrikans im Jahr 1715. Damals gingen vor dieser Küste nicht weniger als elf spanische Galeonen unter, die voll beladen mit Gold, Silber, Juwelen und anderen Kostbarkeiten auf dem Weg nach Spanien waren. Mehr als tausend Überlebende erreichten die Küste und schafften es, einen Teil der wertvollen Ladung zu bergen – aber bei weitem nicht alles. 1963 fand ein Taucher mehr als tausend Goldmünzen, und seitdem hoffen viele andere darauf, einen Schatz zu finden. Ein Tauchausflug zu einem dieser 300 Jahre alten Schiffe ist ein einzigartiges Erlebnis. Im McLarty Treasure Museum erfährst du mehr über das Schiffsunglück und siehst maßstabsgetreue Modelle der versunkenen Schiffe.

Florida ist nicht gerade für hohe Wellen bekannt, aber es gibt dennoch einige Orte, an denen man surfen kann. Der Sebastian Inlet State Park an der Treasure Coast ist so ein Ort. An der Nordseite der Bucht prallen die Wellen vom Pier ab und werden dadurch verstärkt.

Lake County

Lake County, nordwestlich von Orlando, ist zwar nicht die einzige Region in Florida, die reich an Seen und kleinen Seen ist, aber dennoch einzigartig. Die Kleinstadt Tavares verfügt nämlich über den einzigen Binnenhafen für Wasserflugzeuge. Es macht Spaß, diese kleinen Flugzeuge beim Starten und Landen zu beobachten, und du kannst auch selbst einen Flug über diese wasserreiche Gegend unternehmen. Beliebt sind die „Splash and Dash“-Touren, bei denen das Flugzeug auf dem Wasser landet und sofort wieder abhebt. Tavares organisiert das ganze Jahr über Wasseraktivitäten, wie zum Beispiel eine Parade klassischer Boote, Schnellbootrennen und Drachenbootwettkämpfe.

Das gemütliche Städtchen Mount Dora liegt etwas östlich von Tavares. Es ist nicht groß und vor allem für sein lebhaftes Zentrum mit einer Fülle von Antiquitätenläden bekannt. Außerdem gibt es dort eine große Auswahl an hervorragenden Restaurants. Entlang des Lake Dora gibt es viele Picknickplätze, zum Beispiel im Gilbert Park, wo auch die unvermeidliche Promenade am Wasser entlangführt.

Mietwagen und mautpflichtige Straßen in Florida

Für viele Straßen und Brücken in Florida musst du Maut zahlen. Autovermieter bieten oft an, ein elektronisches Mautgerät in deinem Mietwagen anzubringen, aber dafür musst du meist einen täglichen Betrag zahlen, auch wenn du an manchen Tagen keine mautpflichtigen Straßen benutzt. Viel günstiger (und einfacher) ist der „Visitor Toll Pass“, eine kostenlose Karte, die du an den Rückspiegel deines Mietwagens hängst. In der App gibst du ein paar Daten ein, wie deine Kreditkartennummer, das Kennzeichen deines Mietwagens und das Datum, an dem die Reise endet. Anschließend zahlst du die Maut vollautomatisch, aber nur, wenn es nötig ist – und oft sogar zu einem etwas günstigeren Tarif. Die Karte (Tag) des „Visitor Toll Pass“ ist ausschließlich am Orlando International Airport erhältlich, sodass du dieses System nur nutzen kannst, wenn du deinen Mietwagen dort abholst und auch wieder abgibst. Also nicht, wenn du ein Auto für eine sogenannte Einwegmiete mietest, wenn du am zweiten Flughafen von Orlando, dem Sanford Airport, landest oder wenn du am Melbourne Orlando Airport ein Auto mietest.

Mit dem Mietwagen durch Florida: Unterschätze die Entfernungen nicht

Florida ist ein großer Bundesstaat und das Reisen kann länger dauern, als du denkst. Um dir eine Vorstellung zu geben: Von Orlando nach Miami sind es fast 400 Kilometer, und auf den Highways brauchst du dafür schnell mal gut vier Stunden. Zumindest, wenn du ohne Zwischenstopps durchfährst. Zur Landeshauptstadt Tallahassee ist es ungefähr genauso weit. Da du dir ein Auto gemietet hast, um Florida zu erkunden, und daher oft anhältst, kannst du zwei Wochen lang durch den Bundesstaat touren und hast trotzdem noch nicht einmal die Hälfte der schönsten Orte und interessantesten Sehenswürdigkeiten gesehen.

Miete ein Auto in Orlando

Wir hoffen, wir haben dich davon überzeugt, dass Orlando und Florida viel mehr zu bieten haben als nur Freizeitparks. Genau wie im Rest der Vereinigten Staaten ist Florida ganz auf Autofahrer ausgerichtet. Die Straßen sind hervorragend und der öffentliche Nahverkehr bestenfalls passabel, oft aber eher mäßig. Du brauchst fast immer ein Auto, um irgendwohin zu kommen. Miete dir also ein Auto in Orlando und mach dich auf den Weg zu wunderschönen Naturgebieten, breiten Stränden und einer Fülle von natürlichen Quellen und Seen. Du musst übrigens nicht gleich bei deiner Ankunft am Flughafen von Orlando ein Auto mieten, denn auch in der Stadt selbst gibt es jede Menge Anbieter von Mietwagen.

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