In den Vereinigten Staaten gibt es, vor allem in der Nähe von Großstädten, ziemlich viele Autobahnen, Brücken und Tunnel, für die man Maut zahlen muss. An immer mehr Orten kannst du diese Maut nur elektronisch bezahlen, also nicht mit Bargeld oder Kreditkarte. Das Problem ist, dass es verschiedene elektronische Mautsysteme gibt. Wie funktioniert das also, wenn du mit einem Mietwagen einen langen Roadtrip durch die Vereinigten Staaten machen willst?
Die mautpflichtigen Straßen in den Vereinigten Staaten werden mit verschiedenen Begriffen bezeichnet: Tollway, Parkway und Turnpike. Der Tarif ist festgesetzt, und wenn du sie mit einem Mietwagen nutzt, zahlst du für die Strecke, die du auf der mautpflichtigen Straße zurückgelegt hast.
Neben Mautstraßen gibt es Straßen – oder besser gesagt Fahrspuren –, für die du bezahlen musst: die sogenannten Express Lanes. Diese findest du vor allem auf Straßen, die während des morgendlichen oder abendlichen Berufsverkehrs oft verstopft sind. Der Tarif für diese Fahrspuren ist flexibel: Je voller es auf der „normalen“ Straße wird, desto mehr musst du für die Nutzung der Express Lane bezahlen. Der aktuelle Tarif wird auf Matrix-Anzeigetafeln angezeigt, und du kannst für diese Schnellspuren ausschließlich elektronisch bezahlen. Die Fahrtrichtung ist oft flexibel, zum Beispiel morgens in die Stadt hinein und abends aus der Stadt heraus.
Wie oben bereits beschrieben, gibt es in den Vereinigten Staaten verschiedene Systeme für die elektronische Mautzahlung.
E-Z Pass ist das umfassendste System: Dieser elektronische Mautchip gilt in nicht weniger als 17 Bundesstaaten im Nordosten der USA und rund um Orlando in Florida. SunPass ist ein elektronisches Zahlungssystem für mautpflichtige Straßen in Florida, Georgia und North Carolina. TxTag gilt in Texas, Kansas und Oklahoma. FasTrak kann ausschließlich in Kalifornien genutzt werden.
Einige große Autovermieter haben ein einheitliches System, mit dem die Maut in ganz Amerika elektronisch bezahlt werden kann. Allerdings geben sie dem System jeweils ihren eigenen Namen. Bei Hertz (und den anderen Marken Thrifty, Dollar und Firefly) heißt das System PlatePass, der Autovermieter Enterprise (einschließlich Alamo und National) nennt es TollPass , und das System von Avis (sowie Budget und Payless) heißt e-Toll.
Kleinere Vermieter können dir ebenfalls anbieten, ein elektronisches Mautgerät in deinem Mietwagen zu installieren oder zu aktivieren, aber dabei handelt es sich dann ausschließlich um das System, das in dem Bundesstaat gilt, in dem du das Auto mietest. Also: E-Z Pass in den nordöstlichen Bundesstaaten, FasTrak in Kalifornien usw.
Bei all diesen Systemen zahlst du für das Mautgerät einen Tagesbetrag (meist mit einem Höchstbetrag pro Mietzeitraum) und natürlich zusätzlich die Mautgebühren. Diese Mautgebühren werden am Ende des Mietzeitraums abgerechnet. Achtung: Die Gebühren für das Mautgerät im Mietwagen (auch „Convenience Charge“ genannt) können stark variieren. Außerdem wird die Tagesgebühr manchmal automatisch fällig, sobald du mit dem Mietwagen zum ersten Mal auf einer mautpflichtigen Straße fährst.
Wenn du auf Bequemlichkeit setzt, ist das Angebot der Autovermietung durchaus attraktiv. Aber es ist so gut wie nie die günstigste Lösung. Mit einem eigenen Mautgerät in deinem Mietwagen gibst du in den USA weniger Geld für die Maut aus.
In Bundesstaaten mit vielen mautpflichtigen Straßen verfügen die meisten Mietwagen über ein Mautgerät (den Transponder). Dieses befindet sich oft in einem mit Blei ausgekleideten Gehäuse, das du öffnen und schließen kannst. Ist das Gehäuse geschlossen, kann die Mautstation keinen Kontakt herstellen. Manchmal gibt es nur einen Ein- und Ausschalter. Wenn du deinen eigenen Mautchip verwenden möchtest, musst du also darauf achten, dass das Fach hermetisch verschlossen ist oder der Schalter auf „Aus“ steht. Bei manchen Vermietern ist das nicht möglich und das System wird aktiviert, sobald du zum ersten Mal durch eine Mautschranke fährst. In diesem Fall musst du bei der Abholung des Mietwagens ausdrücklich angeben, dass du das System nicht nutzen möchtest.
Welchen Mautchip du kaufen solltest, hängt ganz von deinen Plänen für einen Roadtrip mit einem Mietwagen durch die Vereinigten Staaten ab. Sehr praktisch für (fast) alle Bundesstaaten mit mautpflichtigen Straßen im Osten Amerikas ist der Uni-Mautchip, den du im Voraus kaufen kannst. Das Gerät kannst du erst bei der Abholung des Mietwagens einrichten, da du natürlich das Kennzeichen eingeben musst.
Wenn du mit einem Mietwagen nur in Florida, Georgia und North Carolina unterwegs bist, ist ein SunPass günstiger. Den kannst du an Mautstellen, Tankstellen, Drogerien wie Walgreens, CVS oder Navarro sowie in den Supermärkten Publix und Sedano’s kaufen. Noch günstiger für einen Roadtrip mit deinem Mietwagen durch Florida ist der „Visitor Toll Pass“. Der Nachteil ist, dass du ihn nur am Orlando International Airport abholen kannst.
Für Kalifornien kannst du einen FasTrak-Mautchip in den meisten Filialen der Supermarktkette Costco (unter anderem direkt vor den Flughäfen von San Francisco und San Jose) und bei der Drogeriekette Walgreens kaufen.
Den TxTag (für Texas, Oklahoma und Kansas) kannst du für einen Mietwagen nicht selbst erwerben, da du das Konto im Voraus beantragen musst und dafür ein Kfz-Kennzeichen benötigst. Wenn du auf mautpflichtigen Straßen fährst, musst du in diesen Bundesstaaten also das System des Vermieters nutzen. Übrigens ist es gerade in Texas gar nicht so schwer, mautpflichtige Straßen zu vermeiden.
Egal, für welche Methode du dich entscheidest: Denk daran, dass du immer Maut zahlen musst, wenn du mautpflichtige Straßen, Brücken oder Tunnel benutzt. Wenn nur elektronische Zahlung möglich ist und du keinen aktiven Mautchip hast, wird das Kennzeichen registriert und die Rechnung geht an den Eigentümer des Mietwagens, also an den Vermieter. Das nennt man „Toll by Plate“, wofür ein höherer Mauttarif gilt. Außerdem berechnet der Vermieter (oft hohe) Verwaltungsgebühren.
Die Installation oder Aktivierung eines Mautsystems in dem Auto, das du in den Vereinigten Staaten gemietet hast, musst du immer vor Ort erledigen. Leider ist es (noch) nicht möglich, bei der Buchung zu sehen, ob der Mietwagen mit einem solchen System ausgestattet ist. Außerdem kannst du es (noch) nicht als Zusatzoption bei der Online-Reservierung bestellen, wie es beispielsweise bei einem Kindersitz oder einem Navigationssystem möglich ist.
Wie die Mautzahlung genau geregelt ist, hängt vom jeweiligen Vermieter ab. Denk daran, dass die großen Anbieter von Mietwagen Franchise-Unternehmen sind. Das heißt, auch innerhalb einer Marke kann es Unterschiede geben, da der lokale Betreiber eigene Regeln festlegen kann. Deshalb solltest du vor der Abreise am besten auf der Website deines Vermieters nachsehen, welche Zahlungsmöglichkeiten er für die jeweilige Region anbietet, in die du fährst.
Im Vergleich zu den Mautgebühren in Europa sind die Beträge, die du für die Nutzung amerikanischer Mautstraßen zahlst, eher gering. Wenn du mit einem Mietwagen durch die Vereinigten Staaten reist, möchtest du natürlich wissen, wie viel Geld du für mautpflichtige Straßen ausgeben musst. Dafür gibt es eine praktische Website, die die Maut auf Basis der von dir eingegebenen Route berechnet. Dieser Mautrechner funktioniert nicht nur für mautpflichtige Straßen in den Vereinigten Staaten und Kanada, sondern in rund 80 Ländern weltweit! Es gibt auch Apps für Android und iOS.
Ob du die Mautzahlung komplett vermeiden kannst, hängt natürlich stark davon ab, wohin du mit deinem Mietwagen in Amerika fahren möchtest.
Mautstraßen sind in der Umgebung großer Städte in den Vereinigten Staaten üblich, aber zwischen diesen Städten gibt es viel weniger mautpflichtige Straßen. So sind die meisten Interstates (Autobahnen mit einer I-Nummer) mautfrei, mit Ausnahme einiger dieser Straßen im Nordosten der USA.
Wenn du ein Auto gemietet hast, kannst du mit ein bisschen Vorausplanung die mautpflichtigen Straßen umgehen. Auf jedem Navigationssystem (und zum Beispiel auch bei Google Maps) kannst du die Option „Mautstraßen vermeiden“ auswählen. Denk daran, dass alternative Routen oft mehr Zeit kosten und du auch mehr Geld für Benzin ausgibst. Allerdings wirst du beim Umgehen von mautpflichtigen Straßen oft mit viel schöneren Routen belohnt und kannst Orte entdecken, die du sonst verpasst hättest.
Je nach deiner Reiseroute mit einem Mietwagen lassen sich die mautpflichtigen Durchgangsstraßen in Amerika zwar vermeiden, das gilt aber nicht oder kaum für mautpflichtige Brücken und Tunnel. Um diese zu umgehen, musst du oft weit Umwege fahren oder unlogische Routen nehmen, und in vielen Fällen lohnt sich der Aufwand nicht.
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