An schönen Orten mangelt es in Frankreich sicherlich nicht, aber die Insel Korsika sticht besonders hervor und wird nicht umsonst „Île de Beauté“ (Insel der Schönheit) genannt. Dieses Juwel, umgeben vom azurblauen Wasser des Mittelmeers, bietet eine einzigartige Mischung aus stilvollen Badeorten, schroffen Bergen mit hohen Gipfeln und tiefen Schluchten, prähistorischen Fundstätten, zerklüfteten Calanques, malerischen Dörfern und wunderschönen Sandstränden. Korsika bietet eine fantastische Vielfalt an Natur- und Kultursehenswürdigkeiten, aber auch eine große Bandbreite an Aktivitäten. Von anspruchsvollen Wanderrouten bis hin zu bezaubernden Tauch- oder Schnorchelabenteuern. Wenn du auf Korsika ein Auto mietest, solltest du dich nicht vor kurvigen Straßen scheuen, denn die Insel ist sehr bergig mit mehr als hundert Gipfeln über zweitausend Metern.
Auf Korsika gibt es gleich vier internationale Flughäfen. Die verkehrsreichsten sind der Flughafen Ajaccio in der Nähe der Hauptstadt an der Westküste und der Flughafen Bastia im Nordosten der Insel. Du kannst dir auch an einem der beiden kleineren Flughäfen ein Auto mieten: am Flughafen Calvi im Nordwesten und am Flughafen Figari-Sud Corse, der – wie der Name schon sagt – im Süden liegt. Unser Roadtrip durch Korsika beginnt in Ajaccio, führt aber an all diesen Orten vorbei, sodass du von jedem Flughafen aus starten kannst.
Versuch nicht, diesen ganzen Roadtrip zu machen, wenn du nur eine Woche auf der Insel bist. Es ist einfach nicht möglich, alle Sehenswürdigkeiten Korsikas in so kurzer Zeit zu sehen. Entscheide dich in diesem Fall entweder für den nördlichen oder den südlichen Teil Korsikas.
Der legendäre französische Feldherr und Kaiser Napoleon Bonaparte wurde in Ajaccio geboren, und die korsische Hauptstadt lässt das auch alle wissen. Sein Geburtshaus ist ein Museum, auf dem zentralen Place Foch steht eine turmhohe Marmorstatue von ihm, und auf dem renovierten Place du Diamant sind er und seine Brüder in Bronze verewigt. Unter diesem Platz befindet sich ein großes Parkhaus, in dem du deinen Mietwagen abstellen kannst. Am Stadtrand kannst du auf dem Gelände „Miséricorde“ parken, von wo aus dich ein kostenloser Shuttlebus ins Zentrum bringt.
Die Stadtmauern von Ajaccio sind beeindruckend, aber die Zitadelle selbst ist nur sehr eingeschränkt zugänglich. Der dortige Militärstützpunkt wurde aufgelöst, und mittlerweile wird fleißig an der Renovierung gearbeitet, die jedoch noch Jahre dauern kann. Im Hafen daneben bringen Fischer ihren frischen Fang an Land, der auf der nahegelegenen Place du Marché verkauft wird.
Auf dem überdachten Teil dieses Platzes findet jeden Tag ein Frischmarkt statt, außer montags. Rundherum findest du gemütliche Bars, Restaurants und Terrassen, genau wie in den charmanten engen Gassen dahinter. Das Musée Fesch verfügt über eine große Sammlung italienischer Renaissance-Gemälde.
Westlich von Ajaccio liegt das Naturschutzgebiet Les Crêtes, in dem verschiedene Wanderwege ausgeschildert sind. Der Wanderweg „Sentier des Crêtes“ verläuft über einen Bergrücken und bietet wunderschöne Panoramablicke.
Etwa dreißig Autominuten von Ajaccio entfernt liegt der Mont Gozzi, ein beeindruckender, siebenhundert Meter hoher Felsen. Der Weg zum Gipfel beginnt an der Chapelle San Chirgu, etwas außerhalb des Dorfes Appietto. Auch wenn du ab und zu über Felsen klettern musst, ist die Wanderung nicht besonders schwierig. Zieh gute Wanderschuhe an und creme dich mit Sonnencreme ein, denn es gibt keinen Schatten. Geh nicht mit nackten Beinen, denn der Weg ist hier und da von Gestrüpp überwuchert. Schon unterwegs kannst du fantastische Ausblicke genießen, aber oben auf dem Gipfel hast du einen absolut herrlichen Panoramablick über das Tal und die Bucht von Ajaccio.
Du kannst direkt an der Küste von Ajaccio entlang über die Route de Sanguinaires nach Westen fahren, aber die Strecke durch die Hügel (D11B) finden wir persönlich schöner. Egal, für welche Straße du dich entscheidest – die Inselchen der Sanguinaires sind ein absolutes Muss auf Korsika. Kurz vor der Landzunge, die ins Mittelmeer hineinragt, gibt es einen großen Parkplatz, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst. Geh dann zur Tour de la Parata, einem genuesischen Turm, wie man ihn auf Korsika oft sieht. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert gehörte die Insel nämlich zur Republik Genua. Diese Wachtürme wurden gebaut, um die Insel vor Piraten zu schützen. Von dort hast du einen tollen Blick auf die Îles Sanguinaires, besonders bei Sonnenuntergang, wenn sich die Felsen rot färben. Auf der am weitesten entfernten Insel, Mezu Mare, wurde ebenfalls ein Wachturm errichtet, aber markanter ist der Leuchtturm auf dem höchsten Punkt. Von Ajaccio und Porticcio aus werden Bootsausflüge zu diesen Inselchen organisiert.
Auf dem Weg von Ajaccio nach Porto (über die D81) fährst du direkt an der rauen Westküste Korsikas entlang, außer am Capu Rossu. Dort kannst du allerdings eine sieben Kilometer lange Rundwanderung um dieses Kap machen, die an der Cafeteria „A Guardiola“ beginnt. Es gibt einen großen Parkplatz, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst. Sobald du an der Küste angekommen bist, hast du einen Blick auf die spektakulären Calanques de Piana. Diese Calanques (die die Korsen „Calanches“ nennen) sind zerklüftete Buchten, die von hoch aufragenden Klippen aus rotem Gestein geformt werden.
Die D81 führt weiter quer durch diese beeindruckende Landschaft, die durch die Erosion der Felsen über Millionen von Jahren entstanden ist. Wind, Wasser und andere Naturkräfte haben die einzigartigen und bizarren Formen der roten Granitfelsen geschaffen. Es wird dir schwerfallen, den Blick auf die Straße zu richten, aber zum Glück gibt es hier und da Buchten, in denen du kurz anhalten kannst, um die schönsten Stellen aus der Nähe zu betrachten und wahnsinnig schöne Fotos zu machen. Am Parkplatz „Tête du Chien“ gibt es etwas mehr Platz für Autos, da hier der Ausgangspunkt einer Wanderung zu einem kleinen Plateau mit Blick auf das Mittelmeer und die Calanques an der Küste liegt. Die Felsformationen sind bei Sonnenuntergang am schönsten – denn dann leuchten sie am rotesten.
Porto ist ein kleiner Küstenort und der wichtigste Ausgangspunkt für Ausflüge ins Naturschutzgebiet Scandola. Dafür musst du den Mietwagen kurz stehen lassen, denn dieses fantastische Naturgebiet ist nur mit dem Boot erreichbar. Es ist Teil des „Parc naturel régional de Corse“, der neben diesen Küstengebieten auch das gesamte Landesinnere Korsikas umfasst. Das Landesinnere ist sehr rau und unzugänglich. Dennoch ist es den Genuesen gelungen, auch hier einen Turm zu errichten, den Tour de Gargalo, an der äußersten Westspitze Korsikas. Du siehst diesen Turm während der Bootsfahrt zur zerklüfteten Felsenküste. Entscheide dich für ein kleines Boot und nicht für ein großes Ausflugsboot. Die kleinen Boote können in engere Buchten und Höhlen fahren, was ein schöneres Erlebnis bietet.
Viele Bootsausflüge führen zum kleinen Ort Girolata, der nur über das Wasser oder zu Fuß erreichbar ist. Das Dorf ist vor allem wegen seiner abgeschiedenen Lage beliebt, denn ansonsten hat es nicht viel zu bieten: Auf dem Kieselstrand liegen Kühe, und die Festung ist während der Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich. Es ist aber ein schöner Aussichtspunkt.
Zwischen Girolata und Osani liegt ein kleiner Strand, der ebenfalls nur per Boot oder zu Fuß erreichbar ist. Ausgangspunkt der kürzesten Route dorthin ist der große Parkplatz Col de la Croix, direkt an der D81 und etwas außerhalb von Osani. Dieser Wanderweg wird „Sentier du facteur“ genannt, weil der örtliche Postbote früher jeden Tag diese Strecke zurücklegte, um die Post in Girolata zuzustellen. Auf dem ersten Abschnitt hast du einen herrlichen Blick auf die Küste, später wanderst du durch dichte Wälder. Nach etwa einer halben Stunde erreichst du die „Plage de Tuara“, einen Strand aus grobem Sand und Kieselsteinen. Dort ist es oft herrlich ruhig, auch wenn in der Hochsaison durchaus viele Boote vor Anker liegen können.
Ein paar Kilometer landeinwärts von Porto liegen zwei bezaubernde Bergdörfer: Ota und Evisa. Zwischen diesen Dörfern befindet sich die berühmte Spelunca-Schlucht, die ein wunderschönes Wandererlebnis bietet. Du kannst deinen Mietwagen an der D124 parken, kurz vor der Brücke über den kleinen Fluss Porto. Von dort aus bist du direkt am schönsten Abschnitt der Gorges de Spelunca. Von hier aus führt ein gut markierter Wanderweg zur genuesischen Bogenbrücke Pont de Zaglia. Der Weg schlängelt sich durch Wälder und entlang steiler Felswände, mit einigen Höhenunterschieden, ist aber gut zu bewältigen, auch für Kinder. An der kleinen Brücke kannst du im Wasser planschen. Das gilt auch für eine andere Brücke, die Ponte Vecchiu, die nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt liegt. Geh dafür nicht gleich zurück zum Parkplatz, sondern lauf ein kleines Stück in Richtung Ota.
Eine alternative Route, die allerdings viel länger ist, ist der alte Maultierpfad durch den Niederwald zwischen Ota und Evisa. Dafür brauchst du etwa drei Stunden, und wenn du nicht zurücklaufen möchtest, musst du dir ein Taxi organisieren, da dort keine Busse fahren. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn Evisa ist ein hübsches Städtchen, umgeben von dicht bewaldeten Bergen. Wenn du also Zeit hast, die gesamte Strecke zu bewältigen, ist das auf jeden Fall empfehlenswert.
Calvi, an der Nordwestküste Korsikas, hat eine majestätische Zitadelle, einen lebhaften Yachthafen und einen langen Sandstrand. Der Strand ist zwar nicht der schönste der Insel, aber dennoch beliebt, weil er leicht zu erreichen ist.
Die historische Zitadelle wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und du kannst dort herrlich durch die engen Gassen schlendern. Es ist ziemlich anstrengend, die vielen Treppen und Stufen hinaufzusteigen, aber zum Glück gibt es viele Terrassen, auf denen du kurz verschnaufen kannst. Die Aussicht von der Festung ist einfach großartig, besonders bei Sonnenuntergang. Gleich außerhalb der Zitadelle steht die barocke, runde kleine Kirche Sainte-Marie. Der ideale Ort, um abends zu flanieren oder auf einer Terrasse Platz zu nehmen, ist der Quai Landry entlang des Hafens, mit Blick auf die beleuchtete Zitadelle.
Calvi ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Tour durch die malerischen Dörfer und die wunderschöne Landschaft der Balagne im Nordwesten Korsikas. Die Dörfer in dieser fruchtbaren Region haben sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert, und die Aussichtspunkte entlang der Strecke sind wirklich atemberaubend. In den Dörfern mit ihren engen Gassen rund um alte Kirchen und kleine lokale Cafés fühlst du dich in die Vergangenheit zurückversetzt.
Entlang der Küstenstraße von Calvi nach L’Île Rousse stößt du als Erstes auf das malerische Dorf Lumio. Von den höher gelegenen Stellen aus hast du einen tollen Blick über die Bucht von Calvi. Noch schöner wird es, wenn du dem Wanderweg zu den Ruinen des Dorfes Occi folgst. Der letzte Bewohner starb 1918. Die restaurierte kleine Kirche wird noch regelmäßig genutzt. Nach dieser Wanderung möchtest du dich bestimmt kurz im Meer abkühlen. Folge dafür der Route zur Plage de l’Arinella, einem Strand, der ganz flach ins Meer abfällt.
Auch während der Fahrt ins hochgelegene Sant’Antonino genießt du fantastische Ausblicke. Bei der Kirche gibt es reichlich Parkmöglichkeiten für deinen Mietwagen. Sant’Antonino gilt als das schönste Dorf Korsikas. Das Dorf ist ein Gewirr aus engen Gassen, steilen Pfaden, Steintreppen und gewölbten Gängen. Von der Piazza a l’Olmu oder einer der Caféterrassen aus hast du einen schönen Blick über das Dorf und die umliegenden Hügel.
Das nächste charmante Bergdörfchen ist Pigna, das vor allem für die Ateliers von Künstlern und Handwerkern bekannt ist. Dieses Dorf wurde wunderschön restauriert und fällt schon von weitem durch seine leuchtend blau gestrichenen Fensterläden auf. Ein ehemaliger Stall wurde in einen Saal mit fantastischer Akustik verwandelt.
Nimm von Pigna aus die wunderschöne Straße über Santa-Reparata-di-Balagna und Monticello nach L’Île-Rousse. Diese Stadt wirkt mit ihren geraden Straßen weniger „korsisch“ als die Dörfer, die wir zuvor beschrieben haben. Es handelt sich auch um eine relativ junge Stadt, die Mitte des 18. Jahrhunderts von Pasquale Paoli gegründet wurde, der den Widerstand gegen Genua anführte. Die Stadt ist nach der kleinen roten Felseninsel vor der Küste benannt, die eigentlich keine Insel ist, sondern durch eine schmale Landzunge mit der Stadt verbunden ist.
Von L’Île-Rousse aus fährst du mit deinem Mietwagen über die kurvenreiche D81 in gut einer Stunde nach Saint-Florent. Das ist ein beliebter Badeort, denn in der Umgebung gibt es viele schöne Strände: Plage de la Roya, Plage du Loto und den schneeweißen Plage de Saleccia. Der Badeort ist das Tor zur Halbinsel Cap Corse im Nordwesten, die auch als „Finger von Korsika“ bezeichnet wird. Sie ist nur vierzig Kilometer lang und zehn Kilometer breit, aber es gibt so viel zu sehen und zu erleben: wunderschöne Strände, herrliche Natur in den Bergen und ein reizvolles Dorf nach dem anderen. Eine kurvenreiche Küstenstraße führt um die Halbinsel herum und bietet, vor allem auf der Westseite, ständig den Blick auf steile Berggipfel, die aus dem Mittelmeer emporragen.
Nonza ist ein Dorf, das auf einer solchen steilen, hohen Klippe erbaut wurde, mit dem Paoline-Turm an der höchsten Stelle. Mit diesem Turm ist eine nette militärische Anekdote verbunden, aber darüber erfährst du vor Ort mehr, während du die atemberaubende Aussicht genießt. Auch weiter entlang der Westküste findest du Türme, unter anderem bei Pino und Morsiglia.
Die D80 verläuft nicht entlang der Nordküste von Cap Corse, sondern biegt bei Centuri nach Osten ab. Dieser nördliche Teil wird zwar nur selten besucht, ist aber mit malerischen Dörfern wie Tollare und Barcaggio auf jeden Fall einen Abstecher wert.
Macinaggio an der Ostseite des Kaps ist der Ausgangspunkt eines historischen Wanderwegs, des „Sentier des Douaniers“. Dieser Weg mit Panoramablick über das Mittelmeer wurde einst von Zöllnern genutzt, um Schmuggler auf frischer Tat zu ertappen. Der Weg ist insgesamt fast zwanzig Kilometer lang, aber bis zum schönen Plage de Tamarone sind es nur anderthalb Kilometer zu Fuß. Es gibt auch einen unbefestigten Weg zu diesem Strand, aber mit einem Mietwagen darfst du dort offiziell nicht fahren.
Weiter südlich verläuft die Küstenstraße direkt an der Torra di l’Osse (Turm der Knochen) entlang, der seinen Namen dem Fund von Skeletten im Fundament verdankt. Das malerische Fischerdorf Erbalunga solltest du zu Fuß erkunden. Parke deinen Mietwagen auf einem kleinen Platz direkt neben der Hauptstraße.
Bastia ist eine lebhafte Stadt, vor allem abends rund um den Vieux Port, den alten Hafen. Früher war er voller Fischerboote, heute dominieren dort luxuriöse (Segel-)Yachten. Hinter den bunten Häusern am Hafen findest du gemütliche, enge Gassen im ältesten Teil der Stadt. Dort liegt auch die Église Saint Jean-Baptiste mit einem beeindruckenden Innenraum, darunter wunderschöne Fresken. Auch Bastia hat eine Zitadelle, die zu Zeiten erbaut wurde, als Genua das Sagen hatte. Du gelangst über den Jardin Romieu hinauf. Innerhalb der Zitadelle findest du ein Museum zur Geschichte von Bastia, das im ehemaligen Gouverneurspalast untergebracht ist.
Etwas nördlich des alten Hafens liegt der Passagierhafen von Bastia, wo Fähren und Kreuzfahrtschiffe anlegen. Wusstest du, dass Bastia einer der verkehrsreichsten Fährhäfen Frankreichs ist? Von dort aus kannst du unter anderem mit dem Schiff zu den französischen Häfen Nizza, Toulon und Marseille sowie nach Genua und Livorno in Italien fahren.
Corte wurde 1755 vom Aufständischenführer Paoli zur Hauptstadt des unabhängigen Korsikas ausgerufen. Das hielt nicht lange an, denn vierzehn Jahre später wurde die Insel von den Franzosen eingenommen. Die anti-französische Stimmung ist hier nicht verschwunden. Du findest dort keine Statue des pro-französischen Korsen Napoleon, sondern eine von Paoli.
Die Zitadelle thront spektakulär hoch oben auf einem schmalen Felsen, aber die schönste Aussicht hast du von der nahegelegenen Aussichtsplattform Belvédère aus. Mit einer Eintrittskarte für die Zitadelle hast du auch Zugang zum Musée de la Corse, das die Geschichte der Insel und den Unabhängigkeitskampf beleuchtet.
Corte ist ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in zwei der schönsten Täler Korsikas.
Das Tal des Flusses Restonica, südwestlich von Corte, ist besonders beliebt, aber mittlerweile ab dem Campingplatz Tuani für den Verkehr gesperrt. Den schönsten Abschnitt erreichst du nur, wenn du im Voraus ein Ticket für den Shuttlebus buchst, der zwischen Corte und Frasseta verkehrt. Achtung: Du kannst kein Ticket direkt im Bus kaufen, sondern musst deinen Platz über eine App reservieren. Im Tal gibt es gut ausgeschilderte Wanderwege und an verschiedenen Stellen im Fluss kannst du auch schwimmen, aber denk daran, dass das Wasser sehr kalt ist. Von der Berghütte „Bergeries de Grotelle“ aus läufst du in etwa einer Stunde zum Gletschersee „Lac de Melo“. Der „Lac de Capitellu“ liegt höher und ist über einen viel anspruchsvolleren Weg erreichbar.
Mindestens genauso schön, aber weniger überlaufen ist das Vallée du Tavignano, etwas nördlich von Restonica. Parke deinen Mietwagen an der Rue Saint-Joseph in Corte. Ein Stück weiter beginnt der Wanderweg zu einer einfachen Fußgängerbrücke über den kleinen Fluss in der Schlucht. Du musst nicht ganz bis zu dieser Brücke laufen, um schwimmen zu gehen. Schon ziemlich schnell kommst du an Stellen, an denen du ins Wasser steigen kannst, und der große Vorteil ist, dass hier viel weniger Leute sind als im Restonica-Tal. Das Wasser ist hier allerdings genauso kalt!
Der Tavignano entspringt im Gletschersee Lac du Nino. Du kannst nicht durch das Tal dorthin laufen, aber vom Parkplatz beim Maison Forestière de Poppaghia aus entlang der D84. Diese Bergwanderung ist vor allem wegen der schönen Aussicht auf die höchsten Berge Korsikas beliebt, wie den Monte Cinto (2706 m) und den Monte Rotondo (2622 m).
Wenn du bei Ghisonaccia ins Landesinnere fährst, gelangst du ins Einzugsgebiet des kleinen Flusses Fiumorbu mit seinen malerischen Bergdörfern. Das erste Dorf, auf das du in den Ausläufern triffst, ist Prunelli-di-Fiumorbu. Während Korsika im Allgemeinen sehr bergig ist, hast du von diesem Dorf aus einen tollen Blick über die Ebene an der Ostküste. Etwas außerhalb des Dorfes stehen die Ruinen des Klosters Saint-François.
Zwischen den Dörfern Isolaccio-di-Fiumorbu und San-Gavino-di-Fiumorbu kommst du am Wasserfall „Cascade de Bugja“ vorbei , der allerdings ziemlich schwer zu finden ist, da es keine Schilder gibt. In der Nähe dieser kleinen Brücke kannst du deinen Mietwagen parken . Direkt daneben beginnt der Weg zum Wasserfall. Weiter vorne weisen gelbe Pfeile den Weg, aber du musst genau hinschauen, denn sie sind ziemlich klein. Nachdem du einen kleinen Bach überquert hast, hast du die Wahl, entweder den gelben Pfeilen weiter zu folgen oder anspruchsvollere Routen zu nehmen, die durch blaue und rote Pfeile gekennzeichnet sind. Der hohe Wasserfall stürzt in ein Becken, in dem du schwimmen kannst, wenn du keine Angst vor kaltem Wasser hast.
Der kleine Fluss Solenzara bildet die Grenze zwischen Haute-Corse und Corse-du-Sud. Das gleichnamige Dorf an der Ostküste ist der Ausgangspunkt für die vielleicht berühmteste Bergstrecke Korsikas über die D268 und D368. Diese Straßen schlängeln sich entlang des Flüsschens, durch dichte Wälder, über hohe Pässe und vorbei an tiefen Schluchten und Granitgipfeln, die als Aiguilles de Bavella bekannt sind. Es gibt unzählige schöne Aussichtspunkte, aber der Höhepunkt ist der Col de Bavella zwischen hoch aufragenden Granitfelsen, die bei Sonnenuntergang rot leuchten. Unterwegs gibt es viele Stopps zum Wandern, zum Baden in natürlichen Becken und zum Picknicken inmitten einer spektakulären Naturlandschaft. So kommst du an Wasserfällen und dem wunderschönen Lac de L’Ospédale vorbei. Die Route endet in der alten Hafenstadt Porto-Vecchio an der Südostküste. Dort kannst du dich an einem der traumhaften Sandstrände in der Umgebung entspannen, zum Beispiel an den Buchten von Santa-Giulia und Rondinara.
Es gibt viele hochgelegene Städtchen und Dörfer auf Korsika, aber die Lage von Bonifacio ist wirklich sensationell. Die Altstadt liegt hoch oben auf einer zerklüfteten, weißen Kalksteinklippe, die weit über das Mittelmeer hinausragt. Das Parken deines Mietwagens kann ein Problem sein. Weit vor Bonifacio gibt es einen Parkplatz (Les Vallis), von dem aus ein kostenloser Shuttlebus in die Stadt fährt.
https://www.pexels.com/photo/an-aerial-photography-of-houses-between-the-ocean-and-mountains-4294980/
Bonifacio liegt auf einer hohen Felsenküste im Süden Korsikas. (Foto: https://www.pexels.com/@bastien-neves-2459695/)
Von der Bastion de l’Étendard aus hast du natürlich eine schöne Aussicht, aber einen noch schöneren Blick auf diese Festung hast du von den Hügeln auf der gegenüberliegenden Seite. Unterhalb der westlichsten Spitze befindet sich ein Tunnelsystem, Le Gouvernail. Von hier aus wurden nachts mit Suchscheinwerfern die Hafeneinfahrt und die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien beleuchtet. Der Cimetière Marin ist ein bisschen ungewöhnlich, denn es ist eine Art kleines Dorf, in dem die Verstorbenen in kleinen Häuschen beigesetzt sind.
An den weißen Felsen an der Südküste Korsikas kann man sich gar nicht sattsehen. Du kannst sie aus nächster Nähe betrachten, indem du die steilen Stufen der „Escalier du Roy d’Aragon“ hinuntersteigst.
Wenn du mit deinem Mietwagen von Bonifacio nach Propriano fährst, kommst du etwa auf halber Strecke an den prähistorischen Fundstätten von Cauria vorbei, aber erst kurz vor Sartène gibt es eine Abzweigung (D48) zu diesen Menhiren und Dolmen. Es gibt einen Rundweg entlang zweier Reihen von Menhiren (aufrecht stehende Steine, deren Funktion unklar ist) und des Dolmens (Grabstätte), auf dem du unterwegs auch an einer besonderen Felsformation vorbeikommst.
Noch interessanter ist die prähistorische Fundstätte Filitosa, etwas nördlich von Propriano. Auch hier stehen Menhire, allerdings mit deutlichen menschlichen Gesichtern. Es bleibt ein Rätsel, warum diese Figuren geschaffen wurden.
Mit Ausnahme der Ebenen entlang der Ostküste ist Korsika ausgesprochen bergig und es gibt zahlreiche kurvenreiche Straßen mit teilweise steilen Abschnitten. Deshalb empfehlen wir dir, einen Mietwagen mit ausreichender Motorleistung zu mieten. Diese Serpentinenstraßen erfordern deine volle Aufmerksamkeit, wenn du am Steuer deines Mietwagens sitzt. Außerdem kannst du nicht schnell fahren. Berücksichtige das bei der Einschätzung deiner Fahrzeit. Auf Korsika erreichst du meist keine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als etwa vierzig Kilometer pro Stunde. Nur auf der Strecke zwischen Bonifacio im Süden und Bastia im Norden (T10 und T11) kannst du schneller fahren.
Außerdem solltest du auf Tiere auf der Straße achten. In fast ganz Korsika ist es nicht ungewöhnlich, Kühe, Schweine und Ziegen am Straßenrand zu sehen, und die wollen manchmal auch die Straße überqueren.
Wir hoffen, dass wir dich dazu inspiriert haben, auf Korsika ein Auto zu mieten, um einen unvergesslichen Urlaub zu erleben. Die kurvenreichen Straßen machen die Insel zu einem wahren Paradies für malerische Autofahrten. Mit einem Mietwagen kannst du dramatische Berglandschaften, einladende Strände und faszinierende historische Sehenswürdigkeiten in vollen Zügen genießen.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.