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3. August 2026

4 Tipps für einen tollen Roadtrip durch Yucatán

Bleib nicht an der Küste, miete dir in Cancún ein Auto

An der karibischen Ostküste Mexikos, auch bekannt als die Maya-Riviera, lässt es sich herrlich aushalten. Wunderschöne, breite Sandstrände, rauschende Palmen, ein azurblaues Meer – und das alles bei einem exotischen Cocktail. Ein Paradies für Strandliebhaber, Schnorchler und Taucher. Trotzdem wäre es schade, wenn du den ganzen Urlaub nur in einem Resort am Meer verbringen würdest, denn die Halbinsel Yucatán hat noch viel mehr zu bieten: beeindruckende antike Ruinen, charmante Kolonialstädte, dichten Dschungel, Mangrovenwälder, Feuchtgebiete und herrliche Badeplätze in den vielen Cenoten (Süßwasserquellen). Mach dich auf den Weg und miete dir dafür gleich bei deiner Ankunft am Flughafen von Cancún oder später in Playa del Carmen oder Tulum ein Auto.

Chichén Itzá-Tempel, Yucatán
(Foto: https://unsplash.com/@mrvphotography)

Die Frage ist, welche Sehenswürdigkeiten du besuchen kannst. Das hängt natürlich von deinen Interessen ab, vor allem aber auch von der Zeit, die dir zur Verfügung steht. Deshalb beschreiben wir hier einen Roadtrip mit einem Mietwagen durch Yucatán sowie drei Möglichkeiten, diese Reise zu erweitern. Natürlich kannst du nach Belieben kombinieren und die Rundreise ganz nach deinen Wünschen gestalten.

Wenn wir hier „Yucatán“ schreiben, meinen wir damit die gesamte Halbinsel. Es gibt nämlich auch einen Bundesstaat Yucatán, der jedoch nur den nördlichen Teil davon umfasst. Der karibische Küstenstreifen liegt zwar auf der Halbinsel Yucatán, gehört aber zum Bundesstaat Quintana Roo. Einige der wichtigsten Maya-Sehenswürdigkeiten auf der Halbinsel befinden sich im Bundesstaat Campeche.

1. Zwei Wochen mit dem Mietwagen durch Yucatán

Dieser Roadtrip ist perfekt, wenn du die reiche Geschichte und lebendige Kultur von Yucatán erleben möchtest, ohne zu viel Zeit hinter dem Steuer deines Mietwagens zu verbringen. Du fährst an den wichtigsten historischen Stätten und charmanten Städten vorbei und genießt dabei lokale kulinarische Köstlichkeiten.

Tulum

Die Ruinen von Tulum liegen hoch oben auf einer Klippe.
Die Ruinen von Tulum liegen hoch oben auf einer Klippe. (Foto: https://unsplash.com/@max_thehuman)

Vom Flughafen Cancún aus fährst du in etwa zwei Stunden in die Stadt Tulum. Es ist ein toller Ort, um deinen Roadtrip zu starten, denn hier gibt’s ein bisschen von allem, wofür Yucatán bekannt ist: archäologische Stätten, breite Sandstrände, einige der besten Cenoten, Naturschutzgebiete und fantastische Restaurants. Übrigens gewinnt der internationale Flughafen von Tulum zunehmend an Bedeutung – wenn du also dorthin fliegst, kannst du die erste Etappe dieser Rundreise überspringen. Bei Tulum befinden sich die Überreste der einzigen Maya-Stadt am Meer, hoch oben auf Klippen erbaut. Am besten besichtigst du die Ruinen mit einem Reiseführer, damit du den historischen und kulturellen Wert dieser Bauwerke besser verstehst. Außerdem vermeidest du so die hohen Kosten für das Parken deines Mietwagens auf dem Parkplatz „Ruinas Tulum “.

Genau wie Cancún ist Tulum mittlerweile ein Hotspot für Liebhaber von Sonne, Meer, Strand und Partys. Vor allem die Straße entlang des Tulum Beach ist eine Aneinanderreihung von (ziemlich teuren) Cafés, Bars, Restaurants, Geschäften, Strandclubs und Hotels. Ruhiger sind die Strände bei Xcacel, zwanzig Kilometer nordöstlich von Tulum, von denen einige zeitweise geschlossen sind, um die Meeresschildkröten zu schützen. In diesem Fall kannst du etwa auf halber Strecke zwischen diesen Stränden und Tulum herrlich in der Cenote Manatí schwimmen und schnorcheln, die eher die Form eines Flusses als die eines kleinen Sees hat. Auch die Unterwasserhöhlen zwischen den beiden miteinander verbundenen Seen Dos Ojes (Zwei Augen) sind einen Besuch wert, vor allem, wenn du gerne Höhlentauchen machst.

Reserva de la Biosfera Sian Ka’an

Etwas südlich von Tulum, aber meilenweit entfernt von den überfüllten Stränden und Nachtclubs, liegt das große Naturschutzgebiet Sian Ka’an. Manche glauben, sie könnten einen Eindruck vom Naturschutzgebiet gewinnen, indem sie mit einem Mietwagen die Strandstraße entlangfahren. Tu das lieber nicht, denn entlang der unbefestigten Straße voller Schlaglöcher siehst du so gut wie nichts. Außerdem sind viele Strände leider ziemlich verschmutzt. Für ein großartiges Erlebnis buchst du eine Bootsfahrt ab Muyil durch kristallklare, blaugrüne Lagunen und gewundene Flüsse, umgeben von Mangrovenwäldern. Du kannst dort auch Kajak fahren und vom Wasser aus siehst du Affen, Krokodile, karibische Manatis (Seekühe), Schildkröten und Krabben. Außerdem leben in diesem wunderschönen Naturschutzgebiet Hunderte von Vogel- und Fischarten. Muyil (auch bekannt als Chunyaxché) liegt an der Hauptstraße 307 und ist daher ganz einfach zu erreichen, wenn du ein Auto gemietet hast.

Cobá

Mit einem Mietwagen fährst du in weniger als einer Stunde nach Cobá, einer der ältesten Maya-Städte, in der die zweithöchste Pyramide von Yucatán steht. Diese Nohoch Mul befindet sich in der weitläufigen „zona arqueológica“, für deren Erkundung du am besten ein Fahrrad mietest, um alle Überreste der Maya-Kultur zu sehen. Wir empfehlen dir, so früh wie möglich loszufahren, um den größten Andrang und die Hitze später am Tag zu vermeiden.

Das Wasser in den Cenoten von Yucatán ist so klar, dass das Sonnenlicht tief hinein dringen kann.
Das Wasser in den Cenoten von Yucatán ist so klar, dass das Sonnenlicht tief hinein dringen kann. (Foto: https://unsplash.com/@woodkell)

In der Nähe der Ruinen kannst du in einer der drei unterirdischen Cenoten schwimmen : Multun-Ha, Choo-Ha und Tankach-Ha. Die letzte hat eine hohe Plattform, von der aus du ins Wasser springen kannst. Diese Cenoten liegen nicht weit von der Hauptstraße entfernt und sind gut ausgeschildert.

Valladolid

Noch eine Stunde weiter in Richtung Nordwesten und du bist in Valladolid, aber wenn du dort ankommst, scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Stadt liegt nämlich in einer anderen Zeitzone und es ist dort eine Stunde früher als im Bundesstaat Quintana Roo. Valladolid ist eine herrliche Stadt zum Bummeln, zum Beispiel durch die malerischen Viertel La Candelaria, Santa Ana und San Juan. Unter anderem säumen wunderschöne Kolonialhäuser die farbenfrohe Straße Calzada de los Frailes. Am Ende dieser Straße steht das ehemalige Kloster San Bernardino de Siena, wo abends eine beeindruckende Licht- und Soundshow stattfindet.

Das charmante Kolonialstädtchen ist ein toller Ort, um die Gastronomie von Yucatán zu probieren. In der Stadt findest du wirklich authentisches Essen, aber meide die Touristenviertel. Ein bisschen Spanisch kann helfen, ein gutes Restaurant zu finden. Valladolid ist außerdem ein perfekter Ausgangspunkt, um mit deinem Mietwagen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zu erkunden, darunter eine der mächtigsten Städte der Maya-Zeit: Chichén Itzá.

Chichén Itzá

Der Kukulkán-Tempel ist die berühmteste Pyramide in Chichén Itzá.
Der Kukulkán-Tempel ist die berühmteste Pyramide in Chichén Itzá. (Foto: https://unsplash.com/@raquelxmoss)

Von Valladolid aus sind es etwa fünfzig Kilometer Fahrt nach Chichén Itzá. Wir empfehlen dir, dir die Eintrittskarten schon lange im Voraus online zu besorgen, denn dies ist die absolute Top-Attraktion unter den archäologischen Stätten in Yucatán. Der Tempel von Kukulkán oder El Castello ist die berühmteste Pyramide, aber es gibt noch 25 weitere Bauwerke zu bestaunen, darunter den Templo de los Guerreros (Tempel der Krieger), Mil Columnas (Tausend Säulen), das astronomische Observatorium El Caracol und eine unter Wasser liegende Grabstätte, die Cenote Sagrado. Um die Maya-Kultur besser zu verstehen, ist ein Besuch im Gran Museo de Chichén Itzá unverzichtbar. Es ist eine fantastische Ergänzung zu deinen Erlebnissen beim Besuch der archäologischen Stätte. Abends werden Bilder auf El Castillo projiziert, begleitet von Erläuterungen auf Spanisch und Englisch.

Gleich südöstlich der Ruinen liegt eine der schönsten Cenoten: Ik Kil. Nicht nur das Wasser mit seinem tiefen Blaugrün beeindruckt, vor allem die üppige Vegetation und die Lianen, die an den Wänden herabhängen, machen diese Süßwasserquelle zu etwas Besonderem. Hier kann es allerdings ziemlich voll werden. Viel weniger Leute finden den Weg zur ebenfalls schönen Cenote Oxman, etwas außerhalb von Valladolid.

Ek Balam

Hast du keine Lust auf den Trubel in Chichén Itzá? Dann fahr mit deinem Mietwagen von Valladolid aus 25 Kilometer nach Norden. Dort findest du Ek’ Balam, eine archäologische Stätte, die weniger Touristen anzieht, aber mindestens genauso interessant ist. Die Aussicht von der riesigen Akropolis und dem El Palacio Oval auf die Umgebung ist grandios. Neben den Ruinen kannst du dort perfekt restaurierte Skulpturen bewundern.

In Yucatán ist ein Sprung in eine Cenote eine herrlich erfrischende Abwechslung auf deinem Roadtrip.
In Yucatán ist ein Sprung in eine Cenote eine herrlich erfrischende Abwechslung auf deinem Roadtrip. (Foto: https://unsplash.com/@lauralabrie)

Die Cenote X’canche liegt ganz in der Nähe und auch diese Cenote ist viel weniger besucht als Ik Kil. Mit etwas Glück hast du die Süßwasserquelle ganz für dich allein.

Izamal

Auf dem Weg nach Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán, solltest du unbedingt einen Zwischenstopp in Izamal einlegen, das auch „La Ciudad Amarilla“ (die Gelbe Stadt) genannt wird, weil alle Häuser dort gelb gestrichen sind. Aber nicht nur wegen dieser Farbe lohnt sich ein Abstecher nach Izamal. In dem kleinen Städtchen gibt es viel aus präkolumbianischer Zeit und der Kolonialzeit zu sehen. Das riesige Kloster aus dem 16. Jahrhundert, das Convento de San Antonio, ist ein wunderschönes Beispiel für koloniale Architektur. Es wurde aus den Steinen einer Maya-Pyramide erbaut, die dort stand. Einige weitere Pyramiden sind mitten in der Stadt erhalten geblieben, wie die dem Sonnengott Kinich Kakmó gewidmete Pyramide und die Pyramide von Itzamná, der die Stadt ihren Namen verdankt. Abends gibt es im Innenhof des Klosters eine Licht- und Ton-Show über die Geschichte von Izamal.

Mérida

Eine Pferdekutsche vor der Kathedrale San Idelfonso in Mérida, Yucatán.
Eine Pferdekutsche vor der Kathedrale San Idelfonso in Mérida, Yucatán.

Wenn du ein Auto gemietet hast, ist es von Izamal aus gut eine Stunde Fahrt nach Mérida, der offiziellen, aber vor allem auch kulturellen Hauptstadt von Yucatán. In dieser authentischen, gemütlichen Stadt mit ihrer reichen Geschichte und einer schönen Mischung aus Architektur der Maya- und Kolonialzeit kannst du problemlos ein paar Tage verbringen. Die Plaza Grande ist von historischen Gebäuden umgeben, darunter die Catedral de San Idelfonso. Wunderschöne Wandmalereien im Palacio de Gobierno und im Palacio Municipal erzählen die Geschichte von Yucatán. Auch entlang der Promenade Paseo de Montejo stößt man auf ein historisches Gebäude nach dem anderen. Außerdem gibt es in Mérida interessante Museen. Das „Gran Museo del Mundo Maya“ solltest du auf keinen Fall verpassen. Das Museum nimmt dich mit auf eine Reise durch die Geschichte der Maya. Kinder sind von den interaktiven Bereichen begeistert.

Uxmal

Mérida ist ein idealer Ausgangspunkt, um mit deinem Mietwagen einen Tagesausflug in die Maya-Stadt Uxmal zu unternehmen, die etwa achtzig Kilometer südlich der Stadt liegt. Was in Uxmal auffällt, ist der abweichende Stil. So ist die Piramide del Adivino (des Magiers) oval statt rechteckig, wie die meisten Maya-Pyramiden. Der Legende nach wurde diese Pyramide in einer einzigen Nacht erbaut – und wer außer einem Zauberer könnte das schon schaffen? Uxmal ist berühmt für seine gut erhaltenen Ornamente, wie die geschnitzten Schlangen und Hieroglyphen des Regengottes Chaac an der Fassade des Palacio del Gobernador.

Hacienda Yaxcopoil, ein Plantagenanwesen aus dem 17. Jahrhundert.
Hacienda Yaxcopoil, ein Plantagenanwesen aus dem 17. Jahrhundert. Ein Großteil der Möbel und der Einrichtung stammt aus dieser Zeit

Etwas ganz anderes, aber total toll ist das Schokoladenmuseum auf der anderen Seite der Hauptstraße 261. Beim runden Planetarium kannst du deinen Mietwagen parken, um das Ecomuseo del Cacao zu besuchen, das in einer wunderschönen alten Hacienda untergebracht ist. Apropos Haciendas: In der Umgebung von Mérida gibt es einige sehr interessante zu besichtigen. So kannst du auf dem Rückweg von Uxmal die authentische Hacienda Yaxcopoil im gleichnamigen Dorf besuchen. Etwas östlich von Mérida liegt die wunderschön restaurierte Hacienda Teya, die teilweise als traditionelles mexikanisches Restaurant genutzt wird.

Río Lagartos

Die Fahrt von Mérida nach Río Lagartos ist die längste Etappe dieser Rundreise, insgesamt etwa drei Stunden. Du kannst sie aber in Tizimín unterbrechen, einer Kleinstadt, die kaum von Touristen besucht wird und gerade deshalb einen Abstecher wert ist. Dort kannst du die „Katakomben“ besichtigen – eigentlich sind es keine echten Katakomben, sondern Tunnel unter zwei Häusern, in deren Wänden Reliefs eingemeißelt und bemalt sind. Gleich außerhalb von Tizimín kannst du in der Cenote Kikil planschen.

Wenn du genug vom Rosa See hast, kannst du ja immer noch eine Sandskulptur bauen.
Wenn du genug vom Rosa See hast, kannst du ja immer noch eine Sandskulptur bauen. (Foto: https://unsplash.com/@marcomurakami)

Viele Leute fahren von Río Lagartos nach Las Coloradas, um den „Rosa See“ zu sehen, bei dem es sich eigentlich um die Salzbecken einer Fabrik handelt. Wenn du schon mal rosa Salzseen gesehen hast, musst du nicht extra hierher fahren. Mach stattdessen eine Bootsfahrt durch das Naturschutzgebiet rund um Río Lagartos. Während du an Mangrovenwäldern vorbeifährst, siehst du unter anderem Krokodile, Krabben, Flamingos und andere Vögel, darunter Reiher, Kormorane, Störche und (im Winter) Pelikane. Ein Holzsteg führt quer durch die Mangroven von Kambulnah. Neben Ausflügen in die Natur kannst du im Hafen ein Boot buchen, um Sportangeln zu gehen.

El Cuyo / Isla Holbox

El Cuyo ist ganz anders als die überfüllten Strände an der Ostküste von Yucatán.
El Cuyo ist ganz anders als die überfüllten Strände an der Ostküste von Yucatán. (Foto: https://unsplash.com/@marcomurakami)

Es ist herrlich, sich nach einer Rundreise durch das Landesinnere am Strand zu entspannen. Du solltest aber wissen, dass die Maya-Riviera nicht der einzige Ort ist, an dem das möglich ist – auch der Bundesstaat Yucatán hat schöne Plätze am Golf von Mexiko zu bieten. Für einen fantastischen Strand fährst du nach El Cuyo, das östlich von Río Lagartos liegt. Das letzte Stück der Straße dorthin führt quer durch Sumpfgebiet und eine Lagune. Ein unberührter Ort, an dem du wunderschöne Kajaktouren unternehmen und seltene Vögel beobachten kannst. Der weiße Sandstrand von El Cuyo zieht nur eine kleine Gruppe von Menschen an und unterscheidet sich daher völlig von den Stränden an der Karibikküste. Große Hotels gibt es hier nicht, aber du kannst in traditionellen Holzhäuschen direkt am Strand übernachten. Denk aber daran, dass Schwimmen hier wegen der starken Strömung manchmal nicht möglich ist, aber du kannst herrlich über den unberührten, breiten Sandstrand spazieren. Auch Kitesurfen ist hier beliebt.

Weitaus bekannter ist der Strand von Isla Holbox, den du von El Cuyo aus mit einem Fischerboot erreichen kannst. Oder du fährst in gut anderthalb Stunden nach Chiquilá, parkst dort deinen Mietwagen und nimmst die Fähre nach Isla Holbox.

Von Chiquilá aus sind es gut zwei Stunden Fahrt zum Flughafen von Cancún, von El Cuyo aus bist du länger unterwegs, etwa drei Stunden. Was du beachten solltest: El Cuyo liegt im Bundesstaat Yucatán und ist daher eine Stunde früher als auf der Isla Holbox und in Cancún, die beide in Quintana Roo liegen!

2. Etwas weiter weg (im Westen)

In der oben beschriebenen Rundreise ist die Maya-Stadt Uxmal enthalten. Sie liegt am Anfang der sogenannten Ruta Puuc, die voller archäologischer Fundstätten ist. Nicht nur Uxmal, sondern diese gesamte vierzig Kilometer lange Route steht auf der UNESCO-Welterbeliste. In der Maya-Sprache bedeutet„puuc“ Hügel, und diese Strecke führt daher auch durch viel hügeligeres Gelände als der Rest von Yucatán. Dort siehst du einen sehr charakteristischen Baustil der Maya, der sich von dem in beispielsweise Chichén Itzá unterscheidet: anmutig, aber gleichzeitig sehr geometrisch. Die aufwendigen Ornamente werden dich in Staunen versetzen, vor allem wenn man bedenkt, dass sie ohne Metallwerkzeuge hergestellt wurden; alles wurde durch das Meißeln von Stein auf Stein geschaffen. Wenn du dich für die Maya-Kultur interessierst, ist dies eine großartige Route, die du mit deinem Mietwagen erkunden kannst.

Nordwestlich von Uxmal kannst du die Grutas de Calcehtok besuchen. Das sind faszinierende Höhlen, die von den Maya für spirituelle Zeremonien genutzt wurden. Entlang der schmalen Straße Carretera Maxcanu steht ein Schild, das dir den Weg zum Parkplatz für deinen Mietwagen weist. Tagsüber sind immer Führer vor Ort, es sei denn, sie sind gerade in der Höhle unterwegs. Warte dann, bis ein Führer zurückkommt. Geh nicht auf eigene Faust in die Höhle, denn es gibt sehr enge Stellen und es kann dort auch rutschig sein. Die Führer bieten drei verschiedene Touren an, die im Schwierigkeitsgrad ansteigen: Familie, Abenteuer und Extrem.

3. Etwas weiter entfernt (im Süden)

Die Lagune von Bacalar wird auch als „See der sieben Farben“ bezeichnet.
Die Lagune von Bacalar wird auch als „See der sieben Farben“ bezeichnet. (Foto: https://unsplash.com/@camivaz28)

Im Süden des Bundesstaates Quintana Roo, nördlich der Stadt Chetumal, liegt der langgestreckte Bacalar-See, der wegen seiner blauen und türkisfarbenen Töne auch „Lagune der sieben Farben“ genannt wird. Von Tulum aus fährst du in etwa zweieinhalb Stunden zum nördlichsten Zipfel des Sees, aber die meisten fahren weiter nach Buenavista oder Bacalar, nach dem der See benannt ist. In diesem Städtchen steht eine Festung, die die spanischen Kolonisten erbauten, um sich gegen Angriffe von Piraten und gegen aufständische Ureinwohner zu verteidigen. Buche eine Bootsfahrt oder erkunde den See und die Umgebung selbst mit dem Kajak. Auf halbem Weg zwischen Bacalar und Buenavista gibt es fünf Seilrutschen (Tirolenas), die einen fantastischen Blick auf die Lagunen und den Dschungel bieten.

Von Bacalar aus fährst du in etwa anderthalb Stunden zu den archäologischen Stätten Dzibanché und Kinichná. Die Fahrt dorthin führt durch eine wunderschöne Landschaft. Fahr mit deinem Mietwagen auf dem letzten Stück langsam, denn die schmale Straße hat ziemlich viele Schlaglöcher. Die Lage der großen Tempel mitten im Dschungel ist märchenhaft. Der Aufstieg zum Templo del Buho (Eulentempel) ist ein bisschen riskant, also sei vorsichtig, aber es lohnt sich. Der fast 360-Grad-Ausblick vom Gipfel ist beeindruckend.

Mitten im Dschungel steht der beeindruckende Tempel der Eule.
Mitten im Dschungel steht der beeindruckende Tempel der Eule.

Noch nicht genug von Ruinen? Dann fahr noch ein Stück weiter nach Westen, nach Xpujil. Die archäologische Stätte bei diesem Städtchen ist nicht besonders beeindruckend, aber warte erst mal ab, bis du die Maya-Ruinen in Chicanná siehst, die etwas weiter westlich liegen. Die Ruinen von Becán sind besonders beeindruckend, weil die Tempel dort höher sind. Das Schönste daran ist, dass die Tempelruinen rund um Xpujil kaum besucht werden. Mit etwas Glück kannst du fast ganz allein durch diese alten Bauwerke schlendern.

4. Etwas weiter entfernt (im Norden)

In der oben beschriebenen Rundreise haben wir eine Fahrt von Mérida nach Río Lagartos eingeplant. Viel näher an Mérida liegt ein noch größeres Naturschutzgebiet aus Lagunen, Sümpfen und Mangrovenwäldern mit einem langen Namen: Reserva Estatal Ciénagas y Manglares de la Costa Norte de Yucatán. Dieses Naturschutzgebiet umfasst die Nordküste beim zentralen Badeort Progreso. Das ist übrigens ein Ort, an dem vor allem Mexikaner das Meer und den Strand genießen – man sieht dort relativ wenige Ausländer. Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum für einige bedrohte Tierarten. Bei einer Bootsfahrt kannst du die beeindruckende Natur in vollen Zügen genießen.

Das Fischerdorf Celestún, westlich von Mérida, ist das Tor zum Naturschutzgebiet Ría Celestún, in dem große Gruppen von Flamingos und andere Vögel wie Reiher und Pelikane leben.

5. Etwas weiter entfernt (im Osten): Cozumel

Wenn du einen Tagesausflug nach Cozumel machst, solltest du den Mietwagen am besten auf dem Festland stehen lassen, denn das Mitnehmen des Autos auf der Fähre nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch. Wenn du jedoch mehrere Tage auf der Insel verbringen möchtest, ist ein Auto ideal. Sofern dein Autovermieter es erlaubt (überprüfe das!), kannst du den Mietwagen auf die Fähre mitnehmen. Die Autofähre fährt mehrmals täglich von Punta Venado (auch Calica genannt) aus, etwas südlich von Playa del Carmen. Die Fähren sind oft ausgebucht, reserviere dir daher im Voraus online einen Platz bei einer der beiden Reedereien: UltraCarga oder TransCaribe. Passagierboote legen am Pier in Playa del Carmen ab, fahren viel häufiger und sind zudem schneller. Auf Cozumel gibt es viele Anbieter von Mietwagen.

Die Ostküste von Cozumel ist viel rauer als die belebte Westküste.
Die Ostküste von Cozumel ist viel rauer als die belebte Westküste. (Foto: https://unsplash.com/@william_priess)

Lohnt sich ein mehrtägiger Besuch auf der kleinen Insel? Na, auf jeden Fall! Sie ist zum Beispiel ein Eldorado für Taucher, denn vor der Insel liegen wunderschöne Korallenriffe, an denen du fantastische Tauchgänge machen kannst. Manche sind nur für fortgeschrittene Taucher geeignet, aber wenn du den Sport lernen möchtest, gibt es auf Cozumel auch dafür jede Menge Möglichkeiten. Die Westküste der Insel ist belebt, vor allem wenn gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat, aber dank deines Mietwagens kannst du zu viel ruhigeren (und schöneren) Gegenden fahren. Eine schnurgerade Straße führt quer über die Insel, sodass du in zwanzig Minuten an der Ostküste von Cozumel bist. Auf halber Strecke kannst du die Ruinen von San Gervasio mitten im Dschungel besuchen. Die Ostküste ist größtenteils felsig, obwohl es auch einige Strände gibt, wie zum Beispiel Playa Bonito. Ganz in der Nähe schlägt das Meer gegen Löcher in den Felsen, wodurch das Wasser wie ein Springbrunnen in die Höhe schießt. Die Südspitze von Cozumel besteht aus Lagunen und ist ein Naturschutzgebiet, Punta Sur. Dort kannst du Kajak fahren oder schnorcheln, und vom Leuchtturm aus hast du einen Panoramablick. Wenn du den Nordosten von Cozumel besuchen möchtest, musst du den Mietwagen stehen lassen, denn dort kannst du nur mit Offroad-Razors fahren.

Worauf solltest du achten, wenn du mit einem Mietwagen durch Yucatán fährst?

Mit einem Mietwagen durch Yucatán zu fahren ist nicht schwer: Die Halbinsel ist größtenteils flach und die Hauptstraßen sind hervorragend instand gehalten. Sobald du diese Hauptstraßen verlässt, sieht es anders aus. Oft führt ein Teil der Strecke zu einer Sehenswürdigkeit oder Attraktion über unbefestigte Wege. Diese sind gut befahrbar, wenn du deine Geschwindigkeit anpasst und auf Schlaglöcher und Unebenheiten achtest. Mexiko ist berüchtigt für seine Geschwindigkeitsbegrenzungen in Dörfern und Städten. Diese sogenannten „Topes“ sind absichtlich hoch, um dich zu zwingen, langsam darüber zu fahren. Sei darauf gefasst, denn diese Begrenzungen sind nicht immer gut zu erkennen. Wenn du zu schnell darüber fährst, kann das zu Schäden an deinem Mietwagen führen.

Viele Cenoten in Yucatán sind nur dann gut erreichbar, wenn du ein Auto gemietet hast.
Viele Cenoten in Yucatán sind nur mit einem Mietwagen gut erreichbar. (Foto: https://unsplash.com/@marcomurakami)

Mietwagen und mautpflichtige Straßen in Yucatán

Auf einigen Hauptstraßen in Yucatán musst du Maut zahlen. Diese mautpflichtigen Straßen sind an der Endung „D“ zu erkennen, was für „directo“ steht. Zwischen Cancún und Mérida, über Valladolid, kannst du zwischen der Hauptstraße 180 (libre) und der 180D (cuota) wählen, die fast parallel zueinander verlaufen. Die mautpflichtige Straße 180D ist mit Abstand die schnellste, die alte Straße 180 führt durch Kleinstädte und Dörfer, wo du auf die berüchtigten hohen Bremsschwellen achten musst. Die alte Route dauert zwar länger, aber dafür bekommst du mehr vom echten Mexiko-Feeling mit. Und wenn du im Urlaub bist, solltest du dir das auf keinen Fall entgehen lassen. Trotzdem willst du manchmal einfach schnell vorankommen und entscheidest dich für eine mautpflichtige Straße. Beginne eine lange Fahrt auf einer Mautstraße mit vollem Tank, denn erstaunlicherweise gibt es entlang der Mautstraßen nur wenige Tankstellen.

Wann solltest du ein Auto für einen Roadtrip in Yucatán mieten?

Die Hochsaison in diesem Teil Mexikos dauert von Ende November bis Anfang April. In den letzten Wochen dieses Zeitraums (also Ende März – Anfang April) wird die Küste von jungen Amerikanern überrannt, die während des sogenannten Spring Break richtig auf den Putz hauen, vor allem in Cancún und Playa del Carmen. Die Sommermonate Juli und August sind in Yucatán heiß und feucht, also schwül, und das ist nicht gerade angenehm, wenn du Sehenswürdigkeiten besichtigen möchtest. Diese Monate markieren den Beginn der Regenzeit, die bis November andauert. Dabei solltest du nicht an durchgehend verregnete Tage denken, sondern an heftige Gewitter mit sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit, oft am Nachmittag.

Miete ein Auto in Cancún

Wir hoffen, wir konnten dich davon überzeugen, dass ein Mietwagen bei weitem die beste Art ist, Yucatán zu erkunden. Natürlich gibt es organisierte Touren zu Highlights wie Chichén Itzá, aber wenn du ein Auto gemietet hast, kannst du ganz selbst bestimmen, wann du losfährst, und den größten Andrang leichter vermeiden. Außerdem kannst du mit einem Mietwagen abseits der ausgetretenen Pfade fahren und weniger bekannte Orte besuchen. Miete ein Auto und mach dich auf den Weg, um das Beste der Geschichte, Kultur und atemberaubenden Schönheit der Halbinsel Yucatán zu entdecken!

Manchmal versuchen Autovermieter in Mexiko, dir bei der Abholung des Mietwagens Extras aufzuschwatzen, wie zum Beispiel eine „unbedingt notwendige“ Versicherung. Entscheide dich daher am besten für ein Auto mit unserem „Rundum-sorglos“-Label. Dann bist du gut versichert und deine Selbstbeteiligung ist abgedeckt, sodass du die „Angebote“ des lokalen Vermieters beruhigt ablehnen kannst.

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